Der paraguayische und der uruguayische Fleischsektor sind sich einig: Die Impfung gegen die Maul- und Klauenseuche sollte beibehalten werden, bis solide gesundheitliche Garantien bestehen. Diese Position wurde von Führungskräften der uruguayischen Fleischindustrie während der Sendung La Industria Responde vertreten, die vom Landwirtschaftsverband Uruguays organisiert und über den Kanal Valor Agregado ausgestrahlt wurde.
Marcelo Secco, CEO von Marfrig, erklärte, dass es unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht notwendig sei, die Impfung zu unterbrechen. „Der Status eines Landes, das frei von Maul- und Klauenseuche mit Impfung ist, behindert nicht den Zugang zu internationalen Märkten“, sagte er. Er betonte, dass jede Entscheidung, die Immunisierung aufzugeben, auf robusten wissenschaftlichen Erkenntnissen und einer globalen epidemiologischen Überwachung beruhen müsse, insbesondere angesichts neuer Ausbrüche der Krankheit in verschiedenen Regionen.
Alberto González, Direktor des Schlachthofs Las Piedras, war deutlich: „Uruguay sollte unter keinen Umständen aufhören zu impfen, solange es keine absoluten Garantien gibt, dass die Krankheit keine Gefahr für den Kontinent darstellt. Das Land hat wenig zu gewinnen und viel zu verlieren, wenn ein Maul- und Klauenseuche-Herd auftritt.“ Er erinnerte daran, dass Uruguay unter Beibehaltung des aktuellen Gesundheitsstatus Zulassungen für anspruchsvolle Märkte wie Südkorea und Japan erhalten habe.
Eduardo Urgal, Direktor der Schlachthöfe Pando und San Jacinto, argumentierte, dass die Länder anstelle von Kampagnen zur Aufgabe der Impfung die kontinuierliche Immunisierung aller Herden fördern sollten.
In Paraguay verläuft die Debatte parallel. Während der Nationale Dienst für Qualität und Tiergesundheit (Senacsa) erwägt, zu einem Status ohne Impfung überzugehen, lehnen Produzenten und Industrie diese Maßnahme ab und befürworten die Beibehaltung der Immunisierung bis 2030. Die Position des paraguayischen Produktionssektors stimmt mit der uruguayischen überein: Die Impfung ist unerlässlich, um den Viehbestand zu schützen, Ausbrüche zu vermeiden und Exporte in anspruchsvolle Märkte zu sichern.