Die paraguayische Nationale Elektrizitätsverwaltung (ANDE) hat signalisiert, dass sie die Anwendung der Tarifanpassung für einen Teil ihrer Kunden möglicherweise verschieben könnte, bis die Verhandlungen mit Brasilien über den neuen Anhang C des Itaipu-Vertrags abgeschlossen sind. Der Präsident des Staatsunternehmens, Ingenieur Félix Sosa, bestätigte, dass die Regierung noch den geeigneten Zeitpunkt für die Aktualisierung prüft, die seit 2017 nicht mehr stattgefunden hat.
In jüngsten Erklärungen betonte Sosa, dass die Festlegung des Anhangs C – des Dokuments, das die Preisformel für den vom binationalen Wasserkraftwerk Itaipu erzeugten Strom festlegt – ein entscheidender Faktor für die finanzielle Gesundheit der ANDE sei. „Der endgültige Tarif, den das System erhält, wird das direkte Ergebnis dieser Verhandlungen sein“, sagte er. Nach Angaben des paraguayischen Außenministeriums wird erwartet, dass die Einigung bis Mitte dieses Jahres abgeschlossen sein wird, nachdem die Bauschulden des Kraftwerks im Jahr 2023 vollständig getilgt wurden.
Die Möglichkeit, auf den neuen Anhang C zu warten, gewinnt angesichts der Notwendigkeit der ANDE an Bedeutung, eine Rentabilität von 8 % bis 10 % auf ihre Vermögenswerte zu erzielen, wie es die geltenden Vorschriften vorsehen, um die Nachhaltigkeit zu gewährleisten und das Verteilungsnetz auszubauen. Sosa erkannte an, dass die technische Struktur eine schrittweise Anpassung der Preise erfordert, beginnend mit großen Industriekunden und unter Ausschluss von 90 % der Kunden, wogte jedoch ab, dass ein günstiges Abkommen in Itaipu zusätzliche Mittel oder Gelder für strukturelle Investitionen bereitstellen könnte, die als finanzieller „Puffer“ wirken.
Die Ankündigung einer möglichen Tarifanpassung stieß auf Kritik von Nutzern, die auf anhaltende Stromausfälle hinweisen, sowie von Branchenexperten, die eine Reduzierung der Betriebsverluste als Priorität fordern. Sosa betonte jedoch, dass die Regierung die Angelegenheit gelassen prüfe. „Wir brauchen einen angemessenen Tarif, um die Investitionen zu stützen, aber der es uns ermöglicht, einen der wettbewerbsfähigsten Tarife der Region beizubehalten“, sagte er und fügte hinzu, dass die ANDE auch sicherstellen wolle, dass Itaipu Mittel für Investitionen in neue Erzeugungsquellen habe.