Die Nationale Elektrizitätsverwaltung (ANDE) befindet sich in einem Modernisierungsprozess ihres Zählerparks, mit drei Ausschreibungen in der Evaluierungs- und Vergabephase, die insgesamt mehr als 159.000 Geräte umfassen. Parallel dazu prüft das staatliche Unternehmen die technische und finanzielle Machbarkeit des Erwerbs von bis zu 1 Million intelligenter Zähler mit Advanced Metering Infrastructure (AMI)-Technologie, wie der kaufmännische Leiter Hugo Rolón bestätigte.
Die laufenden Ausschreibungen decken verschiedene Segmente ab. Die Ausschreibung 467714 sieht den Kauf von 516 digitalen Multifunktions-Präzisionszählern zur Überwachung von 500-kV-, 220-kV- und 66-kV-Übertragungsleitungen sowie strategischen Umspannwerken vor. Diese von der Interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB) finanzierten Geräte sind für das Projekt zum Ausbau des Hochspannungsübertragungssystems unerlässlich.
Für den privaten und gewerblichen Verbrauch zielt die Ausschreibung 477718 auf den Erwerb von 110.000 einphasigen und 48.500 dreiphasigen Direktanschlusszählern ab, insgesamt 158.500 Einheiten. Die Ausschreibung 477920 richtet sich an den Industriesektor mit 1.000 Indirektanschlusszählern für Großkunden mit eigenen Transformatoren.
Derzeit verfügt die ANDE über 1.866.827 installierte Zähler, von denen nur 50.000 über eine konventionelle Fernablesung und 4.850 über intelligente AMI-Zähler verfügen, die sich in einer Pilotphase im Stadtteil Villa Morra in Asunción befinden. Der Rest ist auf Vor-Ort-Ablesungen angewiesen, die von 400 Mitarbeitern durchgeführt werden, die im Durchschnitt jeweils 206 Ablesungen pro Tag vornehmen.
Der Präsident der ANDE, Félix Sosa, führte die Beschwerden über Überrechnungen auf den saisonalen Anstieg des Verbrauchs im Sommer zurück. Der Leiter der Handelsabteilung, Ever Colmán, räumte jedoch ein, dass es im März zu Fehlern bei der Vor-Ort-Ablesung gekommen sei, die zu künstlich niedrigen Rechnungen geführt hätten, die sich im Folgemonat in hohe Beträge verwandelt hätten.
Rolón betonte, dass die strukturelle Lösung die schrittweise Umstellung auf intelligente Zähler sei, die eine bidirektionale Echtzeitüberwachung, eine Reduzierung kommerzieller Verluste und die Abschaffung von Verbrauchsschätzungen ermöglichen. Die geschätzten Kosten pro AMI-Zähler betragen 200 US-Dollar, mit jährlichen Wartungskosten von 20 % für Softwarelizenzen und technischen Support.
Während der Kauf von 1 Million intelligenter Zähler noch von Studien und behördlichen Genehmigungen abhängt, sollen die laufenden Ausschreibungen bereits das natürliche Netzwerkwachstum, die Regularisierung von Kunden und den Ersatz von durch widrige Wetterbedingungen beschädigten Geräten abdecken.