Argentinien blickt auf paraguayischen Weizen als ‚Verbesserungsgetreide‘ angesichts des Qualitätsrückgangs bei der Rekordernte

Angesichts einer Rekordernte von 29,5 Millionen Tonnen in der Saison 2025/26 sieht sich Argentinien mit einem Rückgang der Proteinqualität von Weizen konfrontiert und erwägt Importe des paraguayischen Getreides, das als ‚Verbesserungsgetreide‘ anerkannt ist. Die Capeco warnt, dass die Anbaufläche in Paraguay aufgrund fehlender Rentabilität um 10 % bis 15 % schrumpfen könnte.

Die argentinische Mühlenindustrie erwägt Importe von Weizen aus Paraguay, um die geringe Proteinqualität der Rekordernte von 2025/26 auszugleichen, die laut der Börse von Rosario 29,5 Millionen Tonnen erreichte. Der Direktor der paraguayischen Kammer der Exporteure und Vermarkter von Getreide und Ölsaaten (Capeco), Hugo Pastore, erklärte, dass paraguayischer Weizen aufgrund seines hohen Proteingehalts als ‚Verbesserungsgetreide‘ geschätzt wird, das die Qualität des argentinischen Getreides steigern kann.

Pastore hob das ‚Paradox des Überflusses‘ hervor: Die außergewöhnlich hohe Produktivität habe den Proteingehalt verringert und damit Raum für Importe geschaffen. Er erinnerte daran, dass Brasilien, der Hauptabnehmer von paraguayischem Weizen, diesen ebenfalls als Verbesserungsgetreide einstuft. ‚Argentinien wird wahrscheinlich einen Preis zahlen müssen, der dem Brasiliens entspricht oder besser ist, damit verkauft wird‘, sagte er.

In Paraguay ist die Weizenaussaatkampagne fortgeschritten, aber Pastore schätzt eine Reduzierung der Anbaufläche um 10 % bis 15 % im Vergleich zum vorherigen Zyklus aufgrund der geringen Rentabilität. ‚Die Produktionskosten sind hoch, und die Erzeugerpreise, die von 200 auf 230 US-Dollar pro Tonne gestiegen sind, decken die Ausgaben noch nicht‘, sagte er. Er betonte, dass die Priorität die Versorgung des Inlandsmarktes sei, aber bei günstigen klimatischen Erträgen könne ein Überschuss für den Export vorhanden sein.

Die Capeco warnt, dass die Abhängigkeit von einem einzigen Käufer (Brasilien) riskant sei und die Öffnung des argentinischen Marktes strategisch wäre, sofern die Handelsbedingungen wettbewerbsfähig seien.