Ungleiches Wachstum prägt erstes Quartal 2026 in Paraguay

Trotz positiver makroökonomischer Indikatoren ist das sektorale Wachstum uneinheitlich: Agrarexport und Handel führen, während Industrie und Bauwesen langsam vorankommen. Der Wechselkurs und eine mögliche Erhöhung des Mindestlohns sorgen für Spannungen.

Das erste Quartal 2026 zeigt eine wachsende paraguayische Wirtschaft, jedoch mit sektoralen Unterschieden, die erklären, warum sich die guten makroökonomischen Zahlen nicht in einer gleichmäßigen Verbesserung für Unternehmen und Haushalte niederschlagen.

Der Agrarexportsektor wuchs im ersten Quartal um 7,7 %, angetrieben durch die Entwicklung von Rohstoffen und internationale Preise. Der Handel und einige Dienstleistungszweige legten um 4,8 % zu, was eine höhere Dynamik zu Jahresbeginn widerspiegelt. Die Industrie verzeichnete mit 3,2 % ein moderateres Wachstum, während das Bauwesen eine unregelmäßige Leistung zeigt, ohne wieder an Fahrt zu gewinnen. Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Inlandskonsum wachsen langsam und ungleichmäßig.

Das Verhalten des Wechselkurses eröffnet eine erneute Debatte: Ein stärkerer Guaraní gegenüber dem Dollar kommt Importeuren zugute und hilft, die Preise zu dämpfen, verringert jedoch die Wettbewerbsfähigkeit der Exporteure und drückt die Margen der lokalen Industrie. Die Diskussion verschärft sich mit der Absicht, den derzeitigen Mindestlohn von G. 2.899.048 zu erhöhen, ohne einen entsprechenden Produktivitätsanstieg. Eine starke Währung in Kombination mit höheren Arbeitskosten könnte die Rentabilität belasten, insbesondere in Sektoren, die internationaler Konkurrenz ausgesetzt sind und geringe Margen aufweisen.

Das erste Quartal offenbart eine Wirtschaft, die wächst, jedoch ungleichmäßig und mit Spannungen bei Schlüsselvariablen. Die Abhängigkeit von externen Faktoren – wie Wechselkurs, internationalen Preisen und Rohstoffen – prägt weiterhin das Tempo der Inlandsaktivität. Die Herausforderung besteht nicht nur darin, das Wachstumstempo zu halten, sondern es auch ausgewogener zwischen den Sektoren zu gestalten.