Die Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (Cepal) hat in ihrem Bericht Panorama Fiscal de América Latina y el Caribe 2026 eine detaillierte Analyse der Haushaltslage Paraguays veröffentlicht. Das Dokument warnt, dass die Struktur der paraguayischen Staatsverschuldung mit ihrer hohen Abhängigkeit von externen Gläubigern und Verbindlichkeiten in Fremdwährung ein erhebliches Risiko für die makroökonomische Stabilität des Landes darstellt.
Laut dem Bericht entfallen 89 % der gesamten Staatsverschuldung auf externe Gläubiger, womit Paraguay neben Nicaragua und Panama zu den Ländern der Region mit der größten Abhängigkeit von Auslandsfinanzierung gehört. Die Inlandsverschuldung macht nur 11 % der Gesamtsumme aus, was einen wenig entwickelten heimischen Markt und die begrenzte Fähigkeit des Staates widerspiegelt, sich über das lokale Finanzsystem zu finanzieren.
Darüber hinaus sind 82 % der öffentlichen Verbindlichkeiten in Fremdwährungen, hauptsächlich US-Dollar, aufgenommen. Die Cepal hebt drei miteinander verbundene makrofiskalische Risiken hervor: das Wechselkursrisiko, da eine Abwertung des Guaraní gegenüber dem Dollar automatisch den realen Wert der Schulden und die Zinskosten erhöht; die Anfälligkeit gegenüber der Volatilität ausländischer Kapitalströme, die die Umschuldung erschweren oder verteuern kann; und die Sensibilität gegenüber internationalen Zinssätzen, die in einem Umfeld restriktiver Finanzbedingungen die Kosten für Neuemissionen erhöhen.
Der Bericht betont, dass die externe Verwundbarkeit durch ein strukturelles Merkmal der paraguayischen Wirtschaft verschärft wird: den niedrigen Steuerdruck, der zunehmend Verschuldung erfordert, auch um frühere Schulden zu begleichen. Die Steuereinnahmen Paraguays liegen unter dem regionalen Durchschnitt und sind weit vom Niveau der entwickelteren Länder entfernt.
Die Cepal warnt, dass die Bewertung der paraguayischen Verschuldung nicht nur auf das Volumen, sondern auch auf ihre Struktur abzielen sollte. Die Kombination aus überwiegend externer und in Fremdwährung denominierten Verschuldung macht das Land hochgradig anfällig für externe Schocks, schränkt den haushaltspolitischen Spielraum stark ein, gefährdet die Fähigkeit, dynamische Sozialausgaben aufrechtzuerhalten, und setzt es potenziellen Finanzierungskrisen aus.