Das paraguayische Ministerium für Bildung und Wissenschaft (MEC) hat der Staatsanwaltschaft einen Prüfbericht vorgelegt, der 13 Mitarbeiter identifiziert, die in Unregelmäßigkeiten im System zur Erfassung akademischer Titel verwickelt sind. Laut dem Minister Luis Ramírez waren diese Beamten an der Validierung von 330 Diplomen beteiligt, die Gegenstand der Untersuchung sind. Zusätzlich wurden 550 unbefugte Nutzer entdeckt, die 130.000 verdächtige Aktionen im System durchgeführt haben.
Ramírez erläuterte, dass die unregelmäßigen Handlungen Zugriffe zu unüblichen Zeiten und das Hochladen von Dokumenten ohne Autorisierung umfassen, wies jedoch angebliche Hackerangriffe auf das System zurück. "Es handelt sich um Handlungen, die nicht der normalen Arbeitsweise der Institution entsprechen", so der Minister. Er betonte, dass das Schema ohne das Wissen der obersten Leitungsebene operierte und mittlere Führungskräfte die Prozesse freigaben.
Der Fall umfasst inzwischen 283 administrativ untersuchte Mitarbeiter, darunter neun Direktoren. Ein Teil der Anschuldigungen betrifft die Fälschung von MEC-Beschlüssen, die zur Validierung von Diplomen in Brasilien verwendet wurden, wie eine im April eingeleitete Untersuchung ergab.
Im Senat hat der Sonderausschuss, der den Fall unter dem Vorsitz von Senator Patrick Kemper untersucht, die Anfragen an 20 Bildungseinrichtungen ausgeweitet, darunter die Universidad Sudamericana – die in der Kritik steht, weil sie den umstrittenen Titel des Ex-Senators Hernán Rivas ausgestellt hat. Kemper garantierte Gleichbehandlung in der Untersuchung, die technische Unterstützung durch den Rechnungshof erhalten wird.
Die betreffende Universität gehört zu denen, die die Anfragen der Legislative nicht beantwortet haben. Der Ausschuss erwartet zudem Stellungnahmen der Staatsanwaltschaft und des Obersten Gerichtshofs zu den Fortschritten der strafrechtlichen Ermittlungen.
