Das historische Zentrum von Asunción steckt in einer schweren Krise: Rund 25 % des historischen Erbes verfallen. Von etwa 1.300 denkmalgeschützten Gebäuden stehen rund 450 vollständig leer oder sind akut gefährdet – darunter Straßen, Stadtpaläste und Gebäude, die einst Symbole der Identität der Hauptstadt waren, heute aber verschlossen, verfallen oder zu Parkplätzen umfunktioniert wurden.
Der Architekt Luis Moya betonte, dass der Schutz dieses Kulturerbes als staatliche Aufgabe behandelt werden müsse. Er forderte eine Stadtverwaltung, die über ausreichende Ressourcen, strategische Planung und Kontinuität verfügt, um diesen besorgniserregenden Zustand umzukehren.
Neben dem Verfall der Gebäude leidet das Mikrozentrum von Asunción unter einem dramatischen Bevölkerungsrückgang. Während die Gegend vor 20 Jahren noch rund 40.000 Einwohner zählte, sank diese Zahl bis 2012 auf etwa 20.000 und liegt seit 2022 bei lediglich rund 3.000 Bewohnern. Dieser Bevölkerungsschwund verschärft die Lage des historischen Erbes zusätzlich, denn er mindert die Lebendigkeit und die Fürsorge im zentralen Stadtgebiet.