Das paraguayische Ministerium für Industrie und Handel (MIC) traf sich mit europäischen Diplomaten, um den Fortschritt des Abkommens zwischen dem Mercosur und der Europäischen Union zu bewerten, wobei der Fokus auf den Zollkontingenten lag, die den Zugang paraguayischer Produkte zum europäischen Markt erweitern könnten. An dem Treffen nahmen Minister Marco Riquelme, die außerordentliche und bevollmächtigte Botschafterin der EU, Katja Afheldt, sowie die Botschafterin des Vereinigten Königreichs, Danielle Dunne, und der Botschafter Frankreichs, Pierre Christian Soccoja, teil.
Während des Treffens wurden Exportchancen für strategische Waren wie Rind-, Geflügel- und Schweinefleisch, Reis, Mais, Honig, Milchprodukte, Ethanol und Biozucker erörtert. Laut der paraguayischen Regierung soll das Abkommen am 1. Mai in Kraft getreten sein und den schrittweisen Abbau von Handels- und Zollschranken zwischen den beiden Blöcken vorsehen, die zusammen mehr als 700 Millionen Verbraucher repräsentieren. Die vollständige Ratifizierung des Mercosur-EU-Abkommens wurde bislang nicht unabhängig bestätigt.
Zu den wichtigsten Punkten zählen die vollständige Zollfreistellung für die Hilton-Quote für Rindfleisch seit Inkrafttreten des Abkommens, zollfreie Kontingente für Geflügel- und Schweinefleisch, Reis und Honig sowie ein exklusives Kontingent von 10.000 Tonnen Biozucker pro Jahr mit null Prozent Zoll und laut Regierung sofortigem Zugang zum europäischen Markt ohne regionale Konkurrenz. Paraguay erhielt zudem eine zusätzliche Zuweisung von 1.500 Tonnen Schweinefleisch innerhalb des Mercosur-Kontingents.
Minister Marco Riquelme erklärte im Rahmen einer Regierungsmitteilung, dass das Land bereit sei, einen historischen Sprung in seiner industriellen Entwicklung und globalen Integration zu vollziehen. „Wir arbeiten weiterhin daran, dass Paraguay ein Akteur dieser neuen industriellen Revolution wird und ein immer attraktiverer Standort für globales Kapital und Produktion", sagte er. Die Behörden hoben zudem das Potenzial des Landes als Ziel für europäische Investitionen hervor und verwiesen auf Wettbewerbsvorteile wie die junge Bevölkerung, die Verfügbarkeit sauberer und reichlich vorhandener Energie sowie günstige Bedingungen für die industrielle Entwicklung.
