Die Volksanwaltschaft Boliviens teilte am Samstag (16.) mit, dass der Militär- und Polizeieinsatz zur Räumung von Straßenblockaden im Departamento La Paz 47 Festnahmen und fünf Verletzte zur Folge hatte. Der Volksanwalt Pedro Callisaya erläuterte, dass die Festgenommenen in den Städten La Paz und El Alto inhaftiert sind und die Behörde die Lage überwacht, um Rechtsbeistand zu gewährleisten. Unter den Verletzten befinden sich Personen mit Augen- und Gesichtsverletzungen, die medizinisch versorgt wurden.
Callisaya prangerte zudem Angriffe auf Journalisten während der Berichterstattung über die Proteste an. Der Nationale Presseverband (ANP) erklärte, dass zwei Reporter lokaler Fernsehsender im Stadtteil Lipari im Süden von La Paz angegriffen wurden, wo Blockierer sie gewaltsam festhielten und ein Mobiltelefon zerstörten. Der ANP stufte den Angriff als „organisierten Hinterhalt“ ein.
Die Volksanwaltschaft verzeichnete außerdem „Konfrontationssituationen zwischen mobilisierten Gruppen und Anwohnern“ an mehreren Blockadepunkten sowie „humanitäre Beeinträchtigungen“ infolge der elftägigen Blockade. Die Behörde erhielt Beschwerden über mögliche Menschenrechtsverletzungen während der Einsätze, die derzeit überprüft werden.
Callisaya wiederholte den Appell zum Dialog und teilte mit, dass die Volksanwaltschaft gemeinsam mit der katholischen Kirche die Schaffung eines Raums zur Deeskalation des Konflikts und zur Versöhnung prüft. Der Bolivianische Arbeiterverband (COB) und der Bauernverband von La Paz „Tupac Katari“ führen die Proteste an und fordern den Rücktritt von Präsident Luis Arce, dem sie vorwerfen, die Probleme des Landes nicht zu lösen.
Der gemeinsame Einsatz zielte darauf ab, die wichtigsten Straßenverbindungen von La Paz in den Rest des Landes freizumachen und einen „humanitären Korridor“ für Lastwagen mit Treibstoff und medizinischem Sauerstoff zu öffnen. Allerdings gab es Widerstand in Gebieten wie Río Seco in El Alto, wo Demonstranten Steine und Dynamit gegen Tränengas einsetzten. Die Hauptstraße nach Oruro wurde teilweise freigegeben, doch die Regierung ordnete den Rückzug von Polizei und Militär an, um „Blutvergießen“ zu vermeiden.