Der ehemalige Bürgermeister von Lambaré, Roberto Cárdenas (ANR-HC), der wegen Untreue zu acht Jahren Gefängnis verurteilt wurde, muss am 29. Juni zu einer Vorladung vor Richterin Rosarito Montanía erscheinen. Diese fahndet im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens wegen eines mutmaßlichen Korruptionsskandals beim Servicio Nacional de Calidad y Sanidad Vegetal y de Semillas (Senave).
Die Vorladung betrifft Pastor Emilio Soria Melo, den ehemaligen Direktor des Senave, sowie sieben weitere Beschuldigte, darunter Cárdenas selbst. Ihnen wird schwere passive Bestechlichkeit vorgeworfen, da sie mutmaßlich Schmiergelder für die Erteilung von pflanzengesundheitlichen Importbescheinigungen (Afidi) verlangt haben sollen.
Aufgrund dieses Verfahrens wies die Strafvollstreckungsrichterin María Lidia Wyder in der vergangenen Woche den Antrag von Cárdenas auf Verlegung vom Centro Nacional de Prevenidos (ehemalige Strafvollzugsanstalt Tacumbú) in die Penitenciaría Industrial Esperanza ab. Der Ex-Bürgermeister hatte geltend gemacht, dass die ehemalige Tacumbú nicht für die Unterbringung Verurteilter geeignet sei, und eine als angemessener betrachtete Einrichtung beantragt.
Richterin Wyder wies dieses Argument zurück und darauf hin, dass Cárdenas im Verfahren wegen schwerer passiver Bestechlichkeit weiterhin den Status eines Untersuchungsgefangenen beibehält und dass die Verlegung von Häftlingen zwischen Strafvollzugseinrichtungen in die Zuständigkeit des Justizministeriums fällt, sodass die Gerichtsbarkeit in diesem Fall nicht entscheidungsbefugt sei.
Cárdenas war am 23. Dezember 2021 vom Tribunal de Sentencia Especializado em Delitos Econômicos wegen Untreue und gefährlicher Handlungen im Baugewerbe zu acht Jahren Gefängnis verurteilt worden, nachdem er während seiner Amtszeit von November 2012 bis Dezember 2013 einen Vermögensschaden in Höhe von 859.155.192 Guaraníes beim Fondo Nacional de Inversión Pública y Desarrollo (Fonacide) verursacht hatte. Der ehemalige Leiter der städtischen Verwaltungs- und Finanzabteilung, Guido Fernando Salcedo, wurde in derselben Sache als Täter der Untreue und als Gehilfe zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt.
Die Staatsanwältin Yeimy Adle erhob im Juli 2025 Anklage gegen Soria Melo, die ehemaligen Bediensteten Miguel Ángel Báez Soria und Martín Luis María Lezcano Villalba sowie die Beamten Herminio David Batte Martínez, Juan José Lezcano Del Puerto und Sergio Marcos Rodriguez Escobar. In derselben Sache wurden ferner Cárdenas, Víctor Manuel Leiva Cardozo, Ramona Ysabel Arce Ramírez, Plinio Alcibiades Gamarra Morel und Eladio Figueredo angeklagt, die alle keinerlei Verbindung zur öffentlichen Einrichtung hatten.