Der ehemalige Senator Sixto Pereira von der Partei Tekojoja erklärte, Paraguay erlebe derzeit „die Herrschaft der Mafia und der organisierten Kriminalität“, und erinnerte an den 14. Jahrestag der Absetzung des damaligen Präsidenten Fernando Lugo am 22. Juni 2012 durch ein politisches Amtsenthebungsverfahren im Kongress.
Nach Pereira stellte die Regierung Lugo, die im April 2008 unter der Allianz Patriótica para el Cambio gewählt wurde, „eine der wenigen Regierungserfahrungen innerhalb der ideologischen politischen Pluralität“ dar und habe die Rolle des Staates in Bereichen wie Gesundheit, Bildung und Sozialpolitik neu definiert, wobei er Programme wie Tekopora und Tercera Edad nannte. Er vertrat sogar die Auffassung, dass diese Politiken hätten ausgeweitet werden können, wenn es nicht die „Kleinlichkeit“ von Abgeordneten traditioneller Parteien wie Colorado, Liberal, Patria Querida und Unace gegeben hätte.
Für den ehemaligen Senator war der Abgang Luguos ein „Putsch“ und stehe im Zusammenhang mit dem als Massaker von Curuguaty bekannten Ereignis am 15. Juni 2012, bei dem während einer Räumung in Marina Cué elf Bauern und sechs Polizisten ums Leben kamen. Pereira bezeichnete das Geschehen als „brutale Inszenierung“ und als „Rauchvorhang“, um einen „expressen parlamentarischen politischen Putsch“ zu ermöglichen.
Er schrieb dem Prozess auch äußeren Einfluss zu und erklärte, die Regierung der Vereinigten Staaten sei „die treibende Kraft“ hinter der Absetzung gewesen, unterstützt von Teilen der PLRA, Patria Querida und wirtschaftlichen Gruppen. Seiner Einschätzung nach sei Paraguay erstmals ein „Modell der Entwicklung“ mit niedriger Verschuldung geworden, habe aber letztlich seine wirtschaftliche und politische Souveränität „den nordamerikanischen Interessen ausgeliefert“.
Pereira verglich den paraguayischen Fall mit dem Militärputsch, der Manuel Zelaya im Juni 2009 in Honduras stürzte, und argumentierte, die Suspendierung Paraguays aus dem Mercosur, die am 29. Juni 2012 in Mendoza beschlossen wurde, sei eine direkte Folge des Abgangs Luguos gewesen. Seiner Ansicht nach stehe das Land heute vor seiner „schwersten sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Krise“, geprägt von „Zerstörung der Institutionen und Korruption“, was sich negativ auf das Investitionsklima und die regionale Stabilität auswirkt.
