Die paraguayische Abgeordnetenkammer hat am Dienstag ein Informationsersuchen an das Ministerium für Informations- und Kommunikationstechnologien (Mitic) und das Präsidialamt gebilligt, um dem Verdacht nachzugehen, dass öffentliche Mittel für eine Verleumdungskampagne gegen regierungskritische Journalisten und Medien eingesetzt wurden.
Der vom unabhängigen Abgeordneten Raúl Benítez eingebrachte Antrag verlangt Aufklärung über institutionelle Verbindungen und eine mögliche staatliche Finanzierung von durch Dritte betriebenen digitalen Aktivitäten. Im Mittelpunkt stehen Juan Roberto Villaverde Emategui, der als Verantwortlicher für ein Netzwerk regierungsnaher Websites gilt, und dessen Firma Comunik.
Das Dokument fordert Mitic und das Präsidialamt auf, mitzuteilen, ob Villaverde offizielle Zugangsberechtigungen zu Einrichtungen der Exekutive besitzt oder besaß, einschließlich des Präsidentenwohnsitzes Mburuvicha Róga. Zudem werden Einzelheiten zu etwaigen Verträgen, Beratungsleistungen oder ehrenamtlichen Verbindungen verlangt, die er oder Comunik seit 2023 mit dem Präsidialamt oder Mitic unterhalten haben, auch unter Verwendung von Mitteln von Itaipú oder Yacyretá.
Benítez erklärte, Kern der Sache sei die Frage, ob die Verleumdungskampagne mit öffentlichen Geldern finanziert wurde. Das Ersuchen fragt, ob staatliche Mittel, Werbebudgets oder Sozialfonds der binationalen Unternehmen genutzt wurden, um Seiten in sozialen Netzwerken wie Meta, X und YouTube zu bewerben. Die im Antrag genannten Websites sind Sucia Política, Central Noticias, Despierta Paraguay, PyElige, Centrados und En La Tecla.
Der Abgeordnete will außerdem wissen, ob Mitic und das Präsidialamt interne Prüfungen durchgeführt oder Verfahren bei der Direktion für Transparenz und Korruptionsbekämpfung zur Verwendung dieser Mittel eingeleitet haben. Schließlich verlangt das Ersuchen einen Bericht über den Grund für die massenhafte Abschaltung der genannten Websites in der ersten Maihälfte 2026.