Der ehemalige Präsident der staatlichen Petróleos Paraguayos (Petropar), Sergio Escobar Amarilla, wurde am Dienstag, dem 25. August 2026, wegen Untreue zu drei Jahren Haft verurteilt. Das Urteil des Strafgerichts fiel einstimmig aus: Escobar Amarilla habe seine Aufsichtspflichten bei einem Vertrag zur Elektrifizierung der Mühlen in der Petropar-Alkoholanlage in Mauricio José Troche vernachlässigt. Dadurch sei ein Schaden in Höhe von geschätzten 12 Milliarden Guaraní entstanden.
Das Richterkollegium bestand aus den Richterinnen Adriana Planas und Elsa García sowie dem Richter Matías Garcete. Bei der Urteilsverkündung betonte Planas, die dreijährige Haftstrafe sei eine angemessene Sanktion für Escobar Amarilla. Die gegen ihn verhängten Vorsichtsmaßnahmen blieben bestehen.
Die Anklage argumentierte, Escobar Amarilla habe als Präsident der Staatsfirma und Verantwortlicher für Ausgaben die Pflicht gehabt, das Vermögen des Unternehmens zu schützen. Laut Ermittlungen habe er den Vertrag trotz geringer Fortschritte bei den Arbeiten vorangetrieben, die vertraglichen Sicherheiten nicht rechtzeitig eingefordert und den Vertrag trotz Verzögerungen nicht gekündigt.
Das Projekt war Ende 2012 ausgeschrieben und im März 2013 an die MGA Consultora – auch bekannt als MGA Constructora – vergeben worden, vertreten durch Michael Azuaga. Der Vertrag PRE Nr. 232/2013 sah die Lieferung, Installation und Inbetriebnahme der Anlagen vor, mit einem Gesamtwert von 24 Milliarden Guaraní und einer Laufzeit von 180 Tagen.
Während der Durchführung wurden zunächst 7,2 Milliarden und später 4,8 Milliarden Guaraní ausgezahlt. Die Anklage erklärte, dass Vertragsänderungen die Vorauszahlungen auf bis zu 50 Prozent erhöhten, obwohl das Unternehmen nur einen minimalen Teil der Arbeiten ausgeführt und die Elektrifizierung der Mühlen nicht abgeschlossen hatte.
Der ehemalige Betriebsleiter der Anlage, Leoncio Saúl González, wurde freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte seine Freilassung beantragt, da sein Posten ihm keine Entscheidungsbefugnis über finanzielle Mittel, Vertragsänderungen oder abschließende Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Abkommen gegeben habe.
Das Verfahren begann am 9. März 2014, als die damalige Antikorruptionsstaatsanwältin Victoria Acuña die Anklage einreichte. Rechtsmittel, Ablehnungen und andere prozessuale Auseinandersetzungen – darunter auch Fragen, die vom Strafsenat des Obersten Gerichtshofs geprüft wurden – führten dazu, dass der Fall über zwölf Jahre bis zum Urteil benötigte.
