Die Alkoholfabrik von Petropar in Mauricio José Troche im Departement Guairá steckt in einer tiefen Finanzkrise, mit geschätzten jährlichen Verlusten von 5 Millionen US-Dollar. Die Produktion eines Liters Alkohol in der Fabrik kostet etwa 11.000 Guaraníes, während das gleiche Produkt auf dem Markt für etwa 6.000 Guaraníes gekauft werden kann, wie aus Daten des staatlichen Unternehmens selbst hervorgeht.
Um den Betrieb der Anlage aufrechtzuerhalten, hat Petropar mehrere millionenschwere Aufträge vergeben, darunter fremdvergebene elektromechanische Dienstleistungen im Wert von 5.000 Millionen Guaraníes, die an Cabipal Metalmek S.A. vergeben wurden, vertreten durch Denes Schussmuller. Zusätzlich wurden Dienstleistungen zum Wiederwickeln von Motoren und der Beschaffung von Ersatzteilen vergeben, die sich auf mehr als 2.800 Millionen Guaraníes summieren.
William Wilka, der Präsident von Petropar, bestätigte, dass ein Teil des in der Region produzierten Zuckerrohrs von privaten Mühlen verarbeitet wird, wie der Azucarera Paraguaya S.A. und Neualco S.A., da die Anlage in Troche nicht in der Lage ist, die gesamte Rohstoffmenge zu verarbeiten. Die Bedingungen dieser Vereinbarungen wurden jedoch nicht vollständig geklärt, was Fragen zur Transparenz und den anfallenden Kosten aufwirft.
Die Situation wird durch Vorwürfe verschärft, dass die Anlage in erster Linie dazu dient, politische Akteure der regierenden Asociación Nacional Republicana (ANR) in der Region zu unterstützen. Zudem stand auch die Partnerschaft mit Neualco S.A., einem Unternehmen mit Verbindungen zu Carlos Morínigo Gamell, dem Geschäftspartner des Botschafters in den USA, Gustavo Leite, aufgrund früherer Verträge, die das Unternehmen zu überhöhten Marktpreisen begünstigten, in der Kritik.
Trotz der Investitionen konnte Petropar nicht sicherstellen, dass die gesamte für die laufende Ernte vorgesehene Zuckerrohrmenge verarbeitet wird, sodass zwischen 50.000 und 100.000 Tonnen von privaten Mühlen verarbeitet werden müssen. Die mangelnde Klarheit darüber, wer die Kosten für diese Verarbeitung trägt und wie der in diesen Mühlen produzierte Alkohol vergütet wird, bleibt ein besorgniserregender Punkt.
