Autoteilediebstahl in Paraguay wird zur organisierten kriminellen Industrie mit Bestellungen auf Bestellung

Der Diebstahl von Autoteilen in Paraguay ist kein Gelegenheitsverbrechen mehr, sondern hat sich zu einer strukturierten illegalen Industrie entwickelt, die täglich Millionen umsetzt. Die Methode der Bestellung auf Bestellung treibt den Schwarzmarkt an, wobei Teile offen in sozialen Netzwerken verkauft werden. In Asunción werden bis zu 250 Diebstähle pro Tag registriert, und die Straflosigkeit ist hoch, da Festgenommene innerhalb von weniger als 24 Stunden freigelassen werden.

Der Diebstahl von Autoteilen in Paraguay hat sich von Einzeltaten zu einer organisierten kriminellen Industrie entwickelt, die täglich Millionen von Guaraní umsetzt. Die Praxis, die früher als Bagatelldelikt galt, operiert nun auf Bestellung, wobei Teile offen auf Plattformen wie Facebook Marketplace angeboten werden, inklusive Lieferung nach Hause.

Daten der Staatsanwaltschaft zeigen, dass in Asunción die durchschnittliche Zahl der Autoteilediebstähle bei 250 pro Tag liegt, mit Spitzenwerten von 10 bis 11 Vorfällen pro Stunde gegen Eigentum in der Hauptstadt. Die Straflosigkeit ist alarmierend: Ein und dasselbe Opfer kann innerhalb von zehn Monaten bis zu neun Vorfälle am selben Fahrzeug erleiden.

Die Kriminellen bevorzugen leicht zu entfernende und gut weiterzuverkaufende Außenteile wie Rückspiegel, Scheinwerfer, Reifenabdeckungen, vordere Stoßstangen, Logos und Embleme, insbesondere von beliebten Marken wie Toyota. Aus Chile importierte Fahrzeuge wie Toyota Vitz, Allion, Premio, Auris und Runx sind aufgrund der hohen Nachfrage nach ihren Komponenten am stärksten betroffen.

Auf der untersten Ebene der Kette stehlen Menschen mit Crack-Abhängigkeit, bekannt als „Chespis“, Teile in Sekundenschnelle und verkaufen sie für Beträge zwischen 30.000 und 50.000 Guaraní. Organisiertere Gruppen hingegen verwenden hochentwickelte Geräte wie GPS-Signalstörsender, um die Ortung zu verhindern, und „Flipper“-Geräte, um die Sicherheitssysteme von Luxusfahrzeugen zu umgehen.

Trotz der Operationen der Nationalpolizei, insbesondere durch die Direktion für Fahrzeugkontrolle, die im April und Mai 2026 Festnahmen in Luque und Asunción durchführte und Reflektoren, Schlüssel und Ladegeräte sicherstellte, hält die Straflosigkeit an. Viele auf frischer Tat ertappte Verdächtige werden innerhalb von weniger als 24 Stunden freigelassen, da Bagatelldiebstähle in der Regel nicht zu Untersuchungshaft führen. Zudem ist die Dunkelziffer hoch: Viele Opfer erstatten aus Misstrauen gegenüber dem Justizsystem keine formelle Anzeige.

Die Behörden bitten die Bevölkerung, eine formelle Beschwerde bei der Staatsanwaltschaft einzureichen, da das Fehlen offizieller Aufzeichnungen die Verfolgung der Banden erschwert.