Héctor Silva wurde am 28. März 1958 in Montevideo als Sohn einer Kindergärtnerin und eines Textilarbeiters geboren, der nachts arbeitete, um einen Zuschlag zu verdienen. Er wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf, besuchte öffentliche Schulen und begann mit 15 Jahren, sich in einer hochpolitisierten uruguayischen Gesellschaft politisch zu engagieren. „Das Theater ist mein Platz in der Gesellschaft, meine Art zu leben“, sagt er.
Er absolvierte eine Ausbildung zum Schiffsmaschinisten für die Hochseeschifffahrt, übte den Beruf jedoch nur ein Jahr lang aus. „Bei den Karnevals in Montevideo wurde mir klar, dass die Schauspielerei mein Ding ist“, erinnert er sich. Der uruguayische Karneval, der einen Monat dauert und in Stadtteilclubs stattfindet, war der Ausgangspunkt seiner künstlerischen Laufbahn.
Mit der 1973 beginnenden Diktatur musste Silva 1978 auswandern. Er reiste über Barcelona und Italien und kam 1980 nach Südamerika, wo er fast zufällig über Foz do Iguaçu nach Paraguay gelangte. „Die erste Nacht verbrachte ich auf der Plaza Uruguai, zusammen mit den Soldaten der Cimefor und den Prostituierten, die mir ein Leben lang zur Seite standen“, erzählt er.
1982 meldete er sich zu einem Workshop im Arlequín Teatro, geleitet vom Uruguayer Carlos Aguilera. Er wirkte an Inszenierungen wie Hamlet und Tod eines Handlungsreisenden mit. Er lernte Namen wie Emilio Barreto, Line Bareiro und Teresa González Meyer kennen. „Und ich habe bis heute nicht aufgehört, Theater zu spielen“, sagt er.
1987 hatte er das Gefühl, sich zu wiederholen, und ging nach Buenos Aires, um bei Carlos Gandolfi Schauspiel zu studieren. Dort arbeitete er mit paraguayischen Freunden auf dem Bau und besuchte regelmäßig den Deportivo Paraguayo. 1990 kehrte er nach Asunción zurück und lernte in der Calle Estrella die Mexikanerin Viviana Rangel kennen, die er 1991 heiratete. Sie hatte bereits eine Tochter, Natalia, und gemeinsam bekamen sie Xitlali. „Bis dahin waren Heirat und Kinder für mich undenkbar; ich wollte nur Theater spielen“, erinnert er sich.
Viviana starb 2015 in Buenos Aires an Darmkrebs. „Das war der größte Verlust meines Lebens“, sagt er. Heute ist Silva Teil eines paraguayischen Stücks, das für das internationale Theaterfestival FIMITEBAQ 2026 ausgewählt wurde, und sucht nach Unterstützung für die Teilnahme. Interessierte können ihn unter der Telefonnummer (0984) 787-726 erreichen.