Das Ministerium für öffentliche Gesundheit und soziale Wohlfahrt hat mit dem Bau eines Gemeinschaftszentrums für psychische Gesundheit und Suchterkrankungen im Stadtteil Pacucuá in Encarnación begonnen, finanziert von der Binationalen Entität Yacyretá (EBY). Das mit rund 3 Milliarden Guaraníes veranschlagte Projekt entsteht auf einem 1.200 m² großen Grundstück, das die Nationale Republikanische Vereinigung (ANR) dem Ministerium per Leihvertrag für 30 Jahre überlassen hat, gemäß einer am 23. Dezember 2024 von Ministerin María Teresa Barán und Parteipräsident Horacio Cartes unterzeichneten Vereinbarung.
Ursprünglich sah die Vereinbarung die Einrichtung einer Familiengesundheitseinheit (USF) an dem Standort vor, doch die Initiative wurde nach Presseanfragen geändert. Am 5. Juni 2025 passte ein Nachtrag das Projekt zum Gemeinschaftszentrum an, das nun mit Mitteln des Yacyretá-Abschlussplans (PTY) unter dem Vertrag 1.059/2026 voranschreitet. Der Auftrag wurde an das Unternehmen Ecoservice Group SA aus Ciudad del Este mit einer Ausführungsfrist von 270 Tagen vergeben.
Bei der Auftaktveranstaltung erklärte der Abgeordnete und Bürgermeister-Vorkandidat der Bewegung Honor Colorado, Sebastián Remezowski: „Ich möchte betonen, damit man es versteht, dass diese Investition von Yacyretá nicht auf dem Grundstück des Colorado-Parteilokals erfolgt, sondern auf dem Grundstück des Gesundheitsministeriums.“ Ministerin Barán wiederum dankte dem Parlamentarier: „Lieber Abgeordneter Sebastián Remezowski, liebevoll ‚Cheva‘ genannt, vielen herzlichen Dank fürs Träumen; fürs Träumen von diesem Raum.“
Die Lage des Zentrums in einem Colorado-Parteilokal und der Wahlkampfkontext werfen Fragen zur Nutzung öffentlicher Mittel zugunsten der Kandidatur Remezowskis auf. Der Stadtteil Pacucuá mit geschätzt bis zu 10.000 Einwohnern gilt als strategisch für die Kommunalwahlen. Unterdessen versuchten die Stadtverwaltung von Encarnación und die Departementsregierung von Itapúa, die nicht von der Colorado-Partei geführt werden, ein alternatives Gesundheitszentrum in der Region zu verwirklichen, doch Planern zufolge weigerte sich das Gesundheitsministerium, die Initiative zu unterstützen, und erzwang deren Umleitung an die städtische Gesundheitsdirektion.
Das Zentrum wird eine bebaute Fläche von 542 m² haben und über Empfang, Wartezimmer, psychologische und psychiatrische Sprechzimmer, einen Raum für Gruppensitzungen und Krisenintervention, Verwaltungsbüros, einen Vortragssaal, eine Apotheke, einen Freizeitbereich und Wellnessräume verfügen.