Die Expo Madera Paraguay 2026 wurde am Donnerstag, dem 10. im Paraguayschen Olympischen Komitee in Luque eröffnet. Die Messe bringt Vertreter aus 17 Ländern zusammen und setzt den Schwerpunkt auf die Umwandlung von Holzrohstoffen in höherwertige Industrieprodukte. Die sechste Auflage der Fachmesse läuft bis Samstag, den 12. und versammelt Unternehmen, Produzenten, Behördenvertreter, Experten und Investoren.
Veranstaltet wird die Expo von der Paraguayschen Holzföderation (Fepama) und dem Zentrum für Unternehmenskooperation und industrielle Entwicklung (Cedial) unter dem Motto „Wachsende Wälder. Wertschöpfende Industrien“. Das Programm deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab – von der Bewirtschaftung und Aufforstung über Technologie, Logistik und Verarbeitung bis hin zum Marktzugang.
Der Präsident der Fepama, Diego Puente, betonte, dass der wichtigste Indikator für den Sektor nicht mehr allein die bepflanzte Fläche sein dürfe, sondern die Fähigkeit, den Rohstoff in industrielle Exportgüter umzuwandeln. Die Ausfuhren forstwirtschaftlicher Produkte erreichten 2025 insgesamt 101 Millionen US-Dollar. Der Anteil verarbeiteter Produkte wie Sperrholz, Furniere, Schnittholz und Möbel stieg von 29 % der Brancheneinfuhren im Jahr 2020 auf 46 % im vergangenen Jahr.
Zwischen Januar und Juli 2026 beliefen sich die Holzeinfuhren auf 59,9 Millionen US-Dollar, ein Anstieg von 12,7 % gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025. Allein die Sperrholzexporte verdreifachten sich in dem von Puente genannten Zeitraum und erreichen derzeit 15 Märkte, angeführt von den USA, Großbritannien und Italien.
Der Minister für Industrie und Handel, Marco Riquelme, hob hervor, dass Paraguay bereits rund 400.000 Hektar Aufforstungsflächen besitzt, und forderte, dass die Ausweitung mit dem Bau neuer Fabriken einhergehen müsse. Seiner Aussage nach schafft die extensive Viehzucht etwa einen Arbeitsplatz pro 1.000 Hektar, während Aufforstungen zwischen 80 und 100 Arbeitsplätze generieren – darunter qualifizierte und dezentrale Stellen.
„Paraguay darf sich nicht zu einer Nation entwickeln, die nur Rundholz exportiert“, erklärte Riquelme. Der Minister erwähnte zudem Verhandlungen mit Japan zur Zertifizierung paraguayischen Holzes nach dem Japanese Agricultural Standard (JAS), was den Zugang zum japanischen Markt erleichtern könnte.
Die Präsidentin des Nationalen Forstinstituts (Infona), Carolina Goralewski, bezeichnete die Messe als strategischen Wachstumsschritt für den Sektor und nicht nur als kommerzielle Plattform. An der Eröffnungsveranstaltung nahmen auch Vertreter der Ministerien für Umwelt, öffentliche Bauvorhaben, Landwirtschaft, Außenbeziehungen und Wirtschaft sowie Unternehmen und ausländische Delegationen teil.
Unter den internationalen Teilnehmern befindet sich eine von Business Sweden koordinierte Delegation schwedischer Unternehmen. Torsten Ericsson, schwedischer Botschafter für Argentinien, Uruguay und Paraguay, stellte die langjährige Erfahrung seines Landes mit nachhaltiger Forstwirtschaft vor.
Am Freitag, dem 11. stehen Diskussionen über die Nationale Forstpolitik, Investitionen und neue Produktionsstandorte auf dem Programm, an denen Unternehmen wie SilviPar, Paracel und Felber Forestal teilnehmen. Zudem sind Präsentationen über schwedische Technologien, das chilenische Forstmodell und Treffen mit chilenischen Unternehmen geplant. Am Samstag, dem 12. werden neue Märkte und das Potenzial des japanischen Marktes für paraguayisches Holz erörtert.
