Ex-Chef der Seprelad steht wegen mutmaßlicher Verzögerung eines Berichts über Geldwechsler Darío Messer vor Gericht

Der ehemalige Leiter der Behörde zur Geldwäscheprävention (Seprelad), Óscar Boidanich, steht seit diesem Mittwoch vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, einen Geheimdienstbericht über den brasilianischen Geldwechsler Darío Messer, der als „Seelenbruder“ des ehemaligen Präsidenten Horacio Cartes gilt, absichtlich verzögert zu haben. Die Staatsanwaltschaft erklärt, die zehnmonatige Verzögerung habe die Beschlagnahme unrechtmäßig erworbener Vermögenswerte vereitelt.

Das Strafgericht unter Vorsitz von Darío Báez und den Beisitzern Gloria Hermosa und Natalia Cacavelos eröffnete an diesem Mittwoch die öffentliche mündliche Verhandlung gegen Óscar Atilio Boidanich Ferreira, den ehemaligen Leiter der Behörde zur Geldwäscheprävention (Seprelad). Boidanich wird beschuldigt, die Strafverfolgung vereitelt und einen Geheimdienstbericht über den brasilianischen Geldwechsler Darío Messer durch mutmaßliche Absprache verzögert zu haben.

Laut der am 11. Juni 2025 erhobenen Anklage sollen Boidanich und zwei ihm unterstellte Mitarbeiterinnen – die ehemalige Generaldirektorin für Finanzanalyse, Raquel Cuevas Arzamendia, und die ehemalige Leiterin der Abteilung für Datenanalyse und -verarbeitung, Melissa María del Mar Parodi González – den Beginn eines Strafverfahrens gegen Messer ungerechtfertigt um zehn Monate hinausgezögert haben. Durch dieses Manöver sei, so die Staatsanwaltschaft, die Möglichkeit verloren gegangen, Vermögenswerte illegaler Herkunft zu beschlagnahmen oder einzuziehen.

Boidanichs Rolle soll dabei zentral gewesen sein: Der Anklage zufolge beantwortete er persönlich ein Schreiben Messers vom 31. Oktober 2016, wenige Tage nach Eröffnung der Ermittlungen. Nach Abschluss der Analyse soll der ehemalige Behördenleiter den Fall vier Monate lang zurückgehalten und den Bericht erst am 17. April 2018 an die Staatsanwaltschaft übergeben haben, nachdem der Fall öffentlich geworden war.

Die beiden ehemaligen Seprelad-Mitarbeiterinnen kamen nach einem Geständnis in den Genuss einer vorläufigen Verfahrenseinstellung. Boidanichs Verteidigung, vertreten durch die Anwälte Claudio Lovera und César Alfonso, beantragte die Verschiebung des ursprünglich für den 8. April angesetzten Termins, was das Gericht bewilligte. Die Anklage wird von den Staatsanwälten Francisco Cabrera, Jorge Arce und Fernando Meyer vertreten.