Justiz verhängt Untersuchungshaft gegen Cartismo-Vorkandidaten, der beschuldigt wird, eine Viehdiebstahlbande im Chaco angeführt zu haben

Sergio Daniel Riquelme, Geschäftsmann und Vorkandidat für den Gemeinderat in Benjamín Aceval für die Bewegung Honor Colorado, wurde in das Nationale Untersuchungsgefängnis eingewiesen, nachdem er als Kopf eines Systems von Viehdiebstahl und illegalem Schlachten im paraguayischen Chaco bezeichnet wurde.

Der Strafrichter Víctor Hugo Ronzewski verhängte Untersuchungshaft gegen Sergio Daniel Riquelme, Inhaber einer Metzgerei und Vorkandidat für den Gemeinderat von Benjamín Aceval. Riquelme wurde von der Staatsanwaltschaft wegen Viehdiebstahls und Hehlerei angeklagt, in einem vom Staatsanwalt Irán Suárez geführten Ermittlungsverfahren.

Laut Anklage führte der Politiker eine Gruppe an, die fremde Tiere schlachtete, um das Fleisch anschließend in seinem eigenen Geschäft zu verkaufen. Riquelme bewirbt sich um die Nominierung für den Gemeinderat innerhalb des Cartismo, Liste 2X, Option 8, mit Unterstützung der Bürgermeister-Vorkandidatin Carolina Centurión.

Der Fall kam ans Licht, als die Polizei drei Personen auf der Estancia Santa Marta bei Kilometer 97 der Route Transchaco auf frischer Tat ertappte. Dort hielten die Beamten Virgilio Amarilla Achar, Arnildo Urbieta Portillo und Yésica Rosalba Morales Meza an, als diese gerade acht Säcke mit Rindfleisch verladen wollten.

In ihren Aussagen gestanden Amarilla und Urbieta, auf Anweisung von Riquelme gehandelt zu haben, den sie „Chef“ nannten. Ihnen zufolge bestimmte der Vorkandidat, welches Tier geschlachtet werden sollte, stellte das für die Tat verwendete Gewehr zur Verfügung und gab Geld für die operativen Ausgaben.

Yésica Morales, die für den Transport verantwortlich war, räumte ein, dass das Fleisch für die Metzgerei San Agustín bestimmt war, die Riquelme gehört. Sie erläuterte, dass die Kommunikation über WhatsApp-Nachrichten erfolgte, in denen die Schusswaffe zur Tarnung als „Maschine“ bezeichnet wurde.

Während der Anhörung bestritt Riquelme die Vorwürfe. Der Vorkandidat gab an, Yésica Morales sei eine seiner „politischen Mitarbeiterinnen“ und die häufigen Anrufe und Nachrichten zwischen ihnen hätten ausschließlich mit der Wahlkampfarbeit zu tun gehabt. Die Justiz hielt die Argumente jedoch für unzureichend. Die Zulassung einer subsidiären Privatklage durch die Eigentümer der Estancia Don Mateo S.A. stärkte die Position der Staatsanwaltschaft und führte zur Anordnung der Untersuchungshaft, um zu verhindern, dass der Beschuldigte den Verfahrensablauf behindert.