Der frühere Bayern-München- und Nationaltorwart Oliver Kahn hat sich gegen eine mögliche Rückkehr von Manuel Neuer ins deutsche Nationalteam für die Weltmeisterschaft ausgesprochen. In einem Interview mit der Sendung Doppelass des Senders Sport1 bezeichnete Kahn die Idee von Bundestrainer Julian Nagelsmann, jetzt einen Wechsel auf der Torwartposition vorzunehmen, als „abenteuerlich“.
„Wenn Julian Nagelsmann die Idee hat, jetzt einen Wechsel im Tor vorzunehmen, wäre das abenteuerlich“, sagte Kahn. Er betonte, dass eine mögliche Rückkehr von Neuer, um den aktuellen Stammtorwart Oliver Baumann zu verdrängen, das Vertrauen der Mannschaft erschüttern und die Glaubwürdigkeit des Trainers infrage stellen würde. Nagelsmann will den Kader für die Weltmeisterschaft am kommenden Donnerstag bekanntgeben.
Am letzten Bundesliga-Spieltag verspürte Neuer ein Unwohlsein in der linken Wade und wurde ausgewechselt, was Zweifel an seinem Einsatz im DFB-Pokalfinale am Samstag gegen den VfB Stuttgart aufkommen ließ. Kahn, der eine ähnliche Situation am Ende seiner Karriere erlebte, erinnerte daran, dass der Körper mit zunehmendem Alter mehr Zeit zur Erholung brauche. „Punktuell ist es möglich, aber es ist schwierig, Tag für Tag Höchstleistungen zu bringen. Der Körper wird anfälliger, braucht mehr Zeit zur Regeneration. Eine Weltmeisterschaft auf hohem Niveau zu spielen, wäre eine enorme Herausforderung für Manuel“, sagte er.
Der 40-jährige Neuer hatte zuvor auf die Nationalmannschaft verzichtet, um sich auf den FC Bayern zu konzentrieren. Kahn plädiert dafür, dass Nagelsmann volles Vertrauen in Baumann setzt, und warnt vor dem Risiko, Neuer zu nominieren, der dann aufgrund einer Verletzung nicht spielen könne. „Wenn Nagelsmann plant, Neuer mitzunehmen, und er dann nicht kann, weil er sich verletzt hat, was sagt er dann Baumann, damit der volles Vertrauen im Tor hat?“, fragte er.