Die Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi wurde aus der Koronarstation (CCU) des Pars-Krankenhauses in Teheran entlassen und in ihre Wohnung verlegt, wo sie ihre Genesung unter ambulanter ärztlicher Betreuung fortsetzen wird.
In den kommenden Wochen wird die Aktivistin Krankenhausbesuche und tägliche ambulante Physiotherapiesitzungen benötigen, um ihre gesundheitlichen Komplikationen zu überwachen, so eine Mitteilung der Stiftung.
Laut ihren Ärzten – darunter Kardiologen und Neurologen – sei es „absolut lebenswichtig“, dass sie unter strenger ärztlicher Beobachtung bleibe und außerhalb der Gefängnisumgebung eine spezialisierte therapeutische Betreuung erhalte. Mohammadi verbüßt Haftstrafen wegen Anklagen wegen „Propaganda gegen den Staat“ und „Verschwörung gegen die nationale Sicherheit“.
Die 53-jährige Aktivistin war 18 Tage lang im Krankenhaus. Sie „benötigt Ruhe und spezifische Pflege in einer ruhigen Umgebung, völlig frei von äußeren Stressfaktoren, für mindestens acht Monate, bevor eine mögliche Besserung ihrer Symptome beobachtet werden kann“.
Kiana Rahmani, Mohammadis Tochter und Ko-Vorsitzende der Stiftung, erklärte: „Obwohl meine Mutter aus der CCU des Pars-Krankenhauses entlassen wurde, erfordert ihre Genesung eine strenge ärztliche Überwachung außerhalb des Gefängnisses. Sie in Haft zurückzuschicken, wäre ein Todesurteil.“ Rahmani forderte die Rücknahme aller Anklagen gegen ihre Mutter und ein Ende dessen, was sie als „gerichtliche Verfolgung“ bezeichnete.
Mohammadi wurde zunächst vom 1. bis 10. Mai auf der Koronarstation des Mousavi-Krankenhauses in Zanjan stationär behandelt, nach 150 Tagen ihrer Haft in Maschhad im Nordosten des Iran, nach einer vorübergehenden Aussetzung ihrer Verurteilung. Anschließend wurde sie mit dem Krankenwagen in das Pars-Krankenhaus in Teheran verlegt, wo sie bis zu ihrer Entlassung blieb.
Am 13. Mai wurde sie einer Angiographie und verschiedenen diagnostischen Untersuchungen zur Beurteilung ihres Herz-Kreislauf-Zustands sowie Studien zu schweren Blutdruckstörungen unterzogen.
Das medizinische Team führt ihren Gesundheitszustand auf die langfristige Belastung durch intensiven psychologischen Stress, chronische Angst und widrige Umweltbedingungen zurück. Die Ärzte warnen, dass jeder neue Stressfaktor ihren klinischen Zustand erheblich verschlechtern könnte.
Die Stiftung forderte die internationale Gemeinschaft auf, ihre „unerschütterliche“ Solidarität mit der Aktivistin aufrechtzuerhalten, und verlangte die „sofortige und dauerhafte“ Aufhebung aller Verurteilungen und die „bedingungslose“ Einstellung aller Anklagen. Sie forderte auch die Freilassung aller politischen Gefangenen, mit besonderer Dringlichkeit für inhaftierte Frauen und Mütter. „Freiheit und medizinische Versorgung sind Grundrechte, keine Zugeständnisse“, schloss die Stiftung.