Die Familie des 2022 in Kolumbien ermordeten Staatsanwalts Marcelo Pecci beging am Sonntag den vierten Jahrestag der Tat mit einer Messe in Asunción. In Erklärungen gegenüber der Presse sagte Francisco Pecci, der Bruder des Opfers, die paraguayische Justiz sei ‚aufgeschoben‘ und die Beileidsbekundungen der Behörden seien ohne wirksame Verurteilungen inhaltsleer.
Francisco Pecci kritisierte die Anwesenheit der ehemaligen Generalstaatsanwältin Sandra Quiñónez bei der religiösen Zeremonie. ‚Ich respektiere ihre Anwesenheit in einer Kirche, aber die Tränen, die Blumen und die Ehrungen nützen uns nichts. Eineinhalb Jahre unter ihrer Leitung sind vergangen, und wir haben kein einziges Ergebnis gesehen‘, erklärte er. Er wies auch auf Versäumnisse in der Amtsführung des derzeitigen Generalstaatsanwalts Emiliano Rolón hin und bezeichnete es als ‚beschämend‘, dass die Staatsanwaltschaft in Paraguay erst eineinhalb Jahre nach der Tat und nur aufgrund des Drucks von Nachrichten aus Kolumbien eröffnet worden sei.
Für die Familie steht das paraguayische Justizsystem vor einem ‚Karma‘, das nicht überwunden werden könne, ohne die Mörder ihrer eigenen Beamten zu bestrafen. ‚Wenn in diesem Land nicht bestraft wird, wer Polizisten, Richter und Staatsanwälte tötet, was verlangen wir dann vom System? Welchen Wert hat das Leben eines Richters?‘, fragte Francisco.
Er appellierte an den Obersten Gerichtshof, eine Verfassungsbeschwerde zu entscheiden, die es der Familie ermöglicht, aktiv am Verfahren teilzunehmen. Er prangerte an, dass ‚lächerliche‘ Argumente verwendet würden, um die Opfer in einer wehrlosen Situation zu halten und ihnen sogar die Kenntnis der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen zu verwehren.
Die Familie Pecci warnte, dass der Unterschied zwischen einem Rechtsstaat und einem ‚Narco-Staat‘ genau in der Fähigkeit liege, auf solche Angriffe zu reagieren. ‚Die Narcopolitik ist vollständig präsent. Die herrschende Klasse und das Justizsystem müssen ein klares Signal geben, dass es hier keine Straflosigkeit gibt, aber im Fall von Marcelo ist dies eindeutig nicht die derzeitige Situation‘, schloss Francisco.