Der paraguayische Minister für Wirtschaft und Finanzen, Óscar Lovera, bezeichnete die Lage der öffentlichen Finanzen als „kompliziert“ und führte die Anspannung auf eine „Verlangsamung“ der Steuereinnahmen zurück, die im Oktober 2025 begonnen habe. In einem Interview mit dem Sender ABC Cardinal an diesem Dienstag erläuterte Lovera, dass der kritischste Punkt der Februar gewesen sei, als die Einnahmen um etwa 12 Millionen Dollar im Vergleich zum gleichen Monat des Jahres 2025 zurückgingen. Zuvor hätten Dezember und Januar die Werte des Vorjahres erreicht.
Nach Angaben des Ministers habe der Rückgang der Einnahmen die Liquidität der Staatskasse beeinträchtigt und die Zahlungen an Lieferanten der Ministerien für öffentliche Bauvorhaben und öffentliche Gesundheit gefährdet. Lovera betonte, dass exogene Faktoren die Lage verschärft hätten, wie die Aufwertung des Guaraní gegenüber dem Dollar, die er auf wirtschaftspolitische Maßnahmen der US-Regierung und auf gestiegene paraguayische Agrarexporte zurückführte. Diese Aufwertung habe die Einnahmen in Dollar direkt verringert.
Der Minister unterstrich, dass die strukturellen Staatsausgaben – Gehälter öffentlicher Bediensteter und Sozialprogramme – nicht betroffen seien. Er erklärte, dass sich die Steuereinnahmen seit März erholten, ein Trend, der sich im April fortgesetzt habe und bis zum Jahresende anhalten solle.
Lovera erinnerte daran, dass mit Lieferanten von Verkehrsinfrastruktur und Medikamenten ein Plan zur teilweisen Schuldentilgung vereinbart worden sei. Zwischen April und Mai sollte der Staat 180 Millionen Dollar an Lieferanten des Bauministeriums und 150 Millionen Dollar an die des Gesundheitsministeriums zahlen. Bis Ende April seien 100 Millionen bzw. 85 Millionen Dollar gezahlt worden.