Der Präsident des Instituto de Previsión Social (IPS), Isaías Ricardo Fretes, ist durch die Krankenhausflure gegangen und hat mit Krankenschwestern, Ärzten und Patienten gesprochen, wobei er die Fäulnis offenlegte, die Politik, Wirtschaftselite, Banken und Bürokratie vereint. Diese von Gier angetriebene Verhinderungsmaschinerie ist der Spiegel der systemischen Korruption in Paraguay.
Wenn das Establishment es zulässt und keine Falle stellt, um ihn zum Rücktritt zu zwingen, könnte Fretes weiterhin die Funktionsweise dieser gigantischen Maschinerie aus Geschäften, Nachlässigkeit und Verachtung für Versicherte und Rentner enthüllen. Aber die Frage ist, ob Präsident Santiago Peña den Mut haben wird, diesen Sumpf zu beseitigen, indem er die Hand von so vielen loslässt, deren Geschäfte in diesem System blühen.
Letzte Woche traten die Kartisten-Senatoren Erico Galeano und Hernán Rivas von ihren Sitzen zurück, nachdem es unmöglich geworden war, sie zu schützen. Richter Capurro, der Rivas wegen eines angeblichen falschen Anwaltsdiploms verurteilen sollte, trat ebenfalls zurück, weil er einen Doktortitel derselben umstrittenen Universität besaß. Generalstaatsanwalt Emiliano Rolón musste sich von derselben Universität trennen. Ohne Immunität beantragte die Staatsanwaltschaft die Verhaftung von Galeano, der eine einstweilige Verfügung beantragte, aber der Oberste Gerichtshof lehnte ab: „Falls das zuständige Gericht eine Untersuchungshaft anordnet, wird es keine rechtswidrige Freiheitsberaubung geben“, erklärten die Richter Ramírez Candia, Llanes und Benítez Riera.
Während jedoch der Rücktritt gefeiert wurde, wählte der Magistratsrat mit absoluter Mehrheit der Regierungspartei den umstrittenen Staatsanwalt Aldo Cantero in die Richter-Terna und ließ den vorbildlichen Staatsanwalt Denis Yoon Pak, der gegen den Drogenhandel kämpft, außen vor. Cantero, bekannt als „Aldo singt 50“ in der González-Daher-Ära, erhielt laut veröffentlichten Chats Anweisungen von Cartes‘ Anwalt und wird wegen häuslicher Gewalt angezeigt. Der liberokartistische Senator Édgar López gab zynisch zu: „Oft müssen wir einen Kandidaten unterstützen, auch wenn er uns nicht gefällt.“
Die Frage bleibt: Wie weit werden die Politiker zulassen, dass Richter und Staatsanwälte die Narkopolitik und die Mafia der Privatuniversitäten untersuchen? Erico und Rivas sind geopferte Figuren, um das System nicht zu gefährden. Wie das Sprichwort sagt: „Der Hund ist tot, aber die Wut ist nicht vorbei.“