Finanzministerium plant fünf weitere Anleiheemissionen und warnt vor Dollar-Fälligkeiten im zweiten Halbjahr

Wirtschaftsminister Óscar Lovera kündigte an, dass das Finanzministerium in diesem Jahr fünf weitere Staatsanleihen begeben will, nachdem im April bereits 110 Millionen US-Dollar aufgenommen wurden. Er warnte, dass die Dollar-Fälligkeiten im zweiten Halbjahr die Staatskasse belasten werden, zusätzlich zu den Wechselkurseffekten auf die Steuereinnahmen.

Paraguays Wirtschafts- und Finanzminister Óscar Lovera nahm am Donnerstag an der Eröffnung der 56. Generalversammlung der Lateinamerikanischen Vereinigung der Entwicklungsfinanzierungsinstitute (ALIDE) in Asunción teil. In seiner Rede sprach er sich für ein regionales Finanzsystem aus, das auf Inklusion und die Entwicklung der Bevölkerung ausgerichtet ist.

Nach der Veranstaltung gab Lovera bekannt, dass das Ministerium für Wirtschaft und Finanzen (MEF) in diesem Jahr noch etwa fünf Emissionen von Staatsanleihen über die Zentralbank von Paraguay (BCP) plant. „Wir haben fünf weitere Emissionen im Laufe des Jahres vorgesehen. Die erste Emission haben wir durchgeführt. Im April haben wir rund 110 Millionen US-Dollar platziert“, sagte er. Er erinnerte daran, dass der Großteil der durch das Haushaltsgesetz genehmigten Platzierung Anfang des Jahres mit der Aufnahme von einer Milliarde US-Dollar in Guaraníes auf dem internationalen Markt erfolgte. Nach Angaben des Ministers sind noch 120 Millionen US-Dollar zur Emission vorgesehen.

Auf der Website des Ministeriums weist der offizielle Kalender nur drei zusätzliche Platzierungen für Juli, Oktober und November aus, das Dokument betont jedoch, dass die Termine geändert oder erweitert werden können. Lovera hob die hohe Nachfrage nach paraguayischen Finanzinstrumenten auf dem internationalen Markt hervor.

Der Minister warnte zudem vor den Auswirkungen der Staatsverschuldung auf die fiskalische Lage in der zweiten Jahreshälfte. „Ein weiterer Effekt, der etwa ab dem zweiten Halbjahr spürbar wird, sind die Fälligkeiten von Dollar-Schulden, die wir haben. Es handelt sich um bestimmte Verpflichtungen, die wir bedienen müssen und die mit Mitteln des Finanzministeriums finanziert werden müssen“, sagte er. Der Wechselkursdruck wirkt sich laut Lovera bereits negativ auf die Steuereinnahmen aus.

In Bezug auf das Factoring-Instrument, das zur Begleichung von Lieferantenschulden eingesetzt werden soll, bekräftigte der Minister, dass die endgültige Fassung des Mechanismus in der nächsten Woche fertig sein soll.