Regierungsverzug verursacht Mehrkosten von 200 Millionen US-Dollar, warnt Wirtschaftswissenschaftler

Die verspätete Zahlung von Schulden der paraguayischen Regierung, die sich 2025 auf 1,5 Milliarden US-Dollar belaufen, hat bereits Mehrkosten von über 200 Millionen US-Dollar verursacht, so der Wirtschaftswissenschaftler Sergio Sapena. Er nennt drei negative Auswirkungen des Zahlungsverzugs und plädiert für eine Anhebung des Haushaltsdefizits auf 6 % des BIP als Lösung.

Mora do governo gera sobrecusto de US$ 200 milhões, alerta economista
Mora do governo gera sobrecusto de US$ 200 milhões, alerta economista

Die paraguayische Regierung hat im Jahr 2025 Schulden in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar bei Lieferanten angehäuft, deren Zahlungsverzug bereits Mehrkosten von über 200 Millionen US-Dollar verursacht hat. Dies ist die Einschätzung des Wirtschaftswissenschaftlers Sergio Sapena, der die Finanzverwaltung der Exekutive kritisiert und drei direkte Folgen des Zahlungsverzugs nennt.

Laut Sapena ist die erste Auswirkung die Verringerung des Geldumlaufs und des Wirtschaftswachstums, da die Mittel nicht rechtzeitig freigegeben werden. Die zweite ist der Anstieg der Risikoprämie, die die Zinssätze für Unternehmen und Haushalte von 12 % auf 15 % erhöht hat. Die dritte sind die Mehrkosten selbst: Der Staat muss zusätzlich zu den ursprünglichen 1,5 Milliarden US-Dollar weitere 200 Millionen US-Dollar aufbringen.

„Das sind drei negative Säulen dieser verfehlten Finanzverwaltung, die vermieden werden könnten, wenn das Haushaltsdefizit auf 6 % angehoben würde“, sagte der Wirtschaftswissenschaftler. Derzeit ist das Defizit durch das Haushaltsverantwortungsgesetz auf 1,5 % des BIP begrenzt.

Bislang hat die Regierung die Zahlungen an das Ministerium für öffentliche Arbeiten und Kommunikation (MOPC) erhöht und 85 Millionen US-Dollar an Straßenbaufirmen von einer Gesamtschuld von über 300 Millionen US-Dollar sowie 100 Millionen US-Dollar an Pharmaunternehmen von einem aufgelaufenen Passivum von rund 1 Milliarde US-Dollar bereitgestellt.

Sapena betont, dass trotz der Teilerfolge niemand die tatsächlichen Kosten des Zahlungsverzugs übernehme, die letztlich auf den Steuerzahler abgewälzt würden. Er plädiert für eine Lockerung der Haushaltsgrenze, um weitere Vermögensschäden für den Staat zu vermeiden.