Palacete Duarte in Asunción nach Restaurierung für 3 Milliarden Guaraníes wiedereröffnet

Das Palacete Duarte, ein architektonisches Juwel aus dem Jahr 1908 in Asunción, wird nach einer Restaurierung im Wert von 3 Milliarden Guaraníes, finanziert vom Unternehmen Sudamérica Invest, für die Öffentlichkeit wiedereröffnet. Die Fertigstellung ist für Mitte Juli vorgesehen.

Palacete Duarte in Asunción nach Restaurierung für 3 Milliarden Guaraníes wiedereröffnet
KI-generierte Illustration.

Das Palacete Duarte, ein architektonisches Juwel aus dem Jahr 1908 an der Ecke der Straßen O'Leary und Presidente Franco in Asunción, steht kurz vor der Wiedereröffnung für die Öffentlichkeit nach einer minutiösen Restaurierung. Mit einer privaten Investition von 3 Milliarden Guaraníes durch das Unternehmen Sudamérica Invest sollen die Arbeiten Mitte Juli abgeschlossen werden. Das Projekt, das von den Architekten Christian González und Florencia Moratal von CG Estudio & Cgm Pro Obras entworfen wurde, erfolgte nach einem von der Secretaría Nacional de Cultura (SNC) genehmigten Eingriffsprotokoll.

Ursprünglich als Wohnsitz für den argentinischen Geschäftsmann Pedro Duarte konzipiert, beherbergte das Gebäude um 1911 auch den Präsidenten Albino Jara in seiner oberen Etage. Jahrzehnte später beherbergte es in den 1950er Jahren die Druckerei Zamphirópolos und in den 1980er Jahren die Galerie Jasy. Entworfen vom Architekten José Marsal, der in Tarragona ausgebildet wurde, ist das Gebäude ein Exponent der katalanischen Architektur in Paraguay und verbindet die Moderne des Jugendstils mit klassischen Elementen und Einflüssen der asunciónischen Architektur des 19. Jahrhunderts.

Die Restaurierung folgte dem Kriterium der differenzierten Minimalintervention, ohne den Anspruch, das Gebäude in den Originalzustand von 1908 zurückzuversetzen, sondern unter Respektierung seiner Entwicklung über die Jahre. Die Fachleute priorisierten dringende strukturelle Reparaturen wie Undichtigkeiten, Wassereinbrüche, Rohrbrüche und Oxidation an Balkon- und Säulenstützen. Auch das Übergewicht auf der Dachkonstruktion wurde durch die Verlegung von Klimaanlagen und eines alten Wasserreservoirs beseitigt. Um die obere Struktur nicht zu überlasten, entschied man sich für ein Wasserverteilungssystem, das nur auf einem unteren Tank basiert.

Trotz der Herausforderungen durch frühere Renovierungen – insbesondere die Einführung von Stahlbeton in die zentrale Struktur in den 1970er Jahren – hat die Restaurierung originale Details wie die Fassadenverzierungen, die schmiedeeisernen Balkongeländer – mit von Insekten wie Libellen inspirierten Motiven –, die freigelegten Gewölbedecken der oberen Zwischengeschosse, die bunten Buntglasfenster und die Außenleuchten wiederhergestellt. Auch ästhetisch hochwertige Elemente aus den 1970er Jahren, wie die Haupttreppe und die metallenen Wendeltreppen in den Mezzanins, wurden erhalten.

Stephan Schultheiss, Vertreter von Sudamérica Invest, erinnerte daran, dass der Prozess 2020 begann, sich jedoch aufgrund struktureller Studien, institutioneller Verfahren sowie des durch Zeit und mangelnde Instandhaltung verursachten Verfalls verzögerte. Er verglich die Situation im Zentrum von Asunción mit einem Patienten, der die "Intensivtherapie" verlassen habe und sich nun dank der Eingriffe in der "intermediären Therapie" befinde.

Nach der Wiedereröffnung wird das Palacete als Raum für gemischte Nutzung fungieren: ein 75 m² großer Gewerbeteil, ein 170 m² großer Gastronomiebereich an der Ecke mit Terrasse und Blick auf den Palacio de López sowie ein 113 m² großer Kunstbereich mit Sanitäranlagen und einer privilegierten Terrasse mit Blick auf das historische Zentrum (Casco Histórico). Für die Architekten wirkt das Projekt als ein "starker urbaner Katalysator", der nicht nur das materielle Erbe wiederbelebt, sondern dem Mikrozentrum wirtschaftliches und soziales Leben einhaucht und den Block durch das Gemeinschaftsgefühl der Zugehörigkeit in einen lebendigen urbanen Knotenpunkt verwandelt.

Quellen (1)

Aktualisiert: 28.06.2026, 09:47