Paraguay ist 2026 nicht mehr das günstigste Land Südamerikas

2026 verlor Paraguay seinen Status als günstigstes Land Südamerikas und rückte im Lebenshaltungskostenindex auf den dritten Platz vor. Gleichzeitig wurde das Land als zweitbester Standort für einen Umzug in der Region ausgezeichnet, während Buenos Aires zunehmende Unterschiede zwischen Neu- und Altbauten auf dem Immobilienmarkt verzeichnet.

Paraguay ist 2026 nicht mehr das günstigste Land Südamerikas

Paraguay ist nicht mehr das günstigste Land Südamerikas. Laut dem Lebenshaltungskostenindex der Plattform Numbeo, der Preise für Güter und Dienstleistungen im Vergleich zu New York (Referenzwert: 100 Punkte) vergleicht, erreichte das Land Mitte 2026 einen Wert von 31,99 Punkten. Dies entspricht einem Anstieg von 40,18 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als Paraguay mit 22,82 Punkten noch den letzten Platz unter den südamerikanischen Staaten belegte.

Durch den Anstieg rückte Paraguay auf den dritten Platz der günstigsten Länder der Region vor, hinter Bolivien (28,74 Punkte) und Ecuador (31,04 Punkte). Der Abstand zu Nachbarländern wie Peru (32,51 Punkte) und Brasilien (33,08 Punkte) verringerte sich auf weniger als 1,1 Punkte, während der Unterschied zum Spitzenreiter Uruguay, das mit 54 Punkten die höchsten Lebenshaltungskosten in der Region aufweist, auf 22 Punkte sank. Der Index berücksichtigt Ausgaben für Lebensmittel, Verkehr, Kraftstoffe, Grundversorgung und Freizeit, nicht jedoch Mieten und Immobilienfinanzierungen.

Trotz des relativen Verlusts an Wettbewerbsfähigkeit wurde Paraguay als zweitbester Standort für einen Umzug in Südamerika eingestuft. Im globalen Ranking der Beratungsfirma Rumavi, das 192 Länder anhand von finanzieller Stabilität, Lebensqualität, Sicherheit und Chancen für Migranten bewertete, belegte Paraguay den 44. Platz mit 66,5 Punkten – in der Region nur hinter Uruguay (35. Platz).

Die höchste Punktzahl erreichte das Land im finanziellen Bereich (80 Punkte), begünstigt durch die Bankeninfrastruktur, wirtschaftliche Stabilität und ein günstiges Steuersystem. In den Kategorien Sicherheit und Stabilität erzielte es 57 Punkte, bei Chancen für Ausländer 54 Punkte, wobei Faktoren wie digitale Infrastruktur und Eigentumsrechte berücksichtigt wurden. Der Studie zufolge werden die Gewichtungen je nach Migrantentyp – etwa digitale Nomaden oder Familien – angepasst.

Während Paraguay in internationalen Rankings an Bedeutung gewinnt, zeigt der Immobilienmarkt in Buenos Aires wachsende Unterschiede zwischen Neu- und Altbauten. Laut der Plattform Zonaprop ist der Quadratmeterpreis für Neubauten im Schnitt 32,6 Prozent höher als für gebrauchte Immobilien, wobei die Differenz je nach Stadtteil stark variiert. In Monserrat liegt der Preis für einen Neubau bis zu 111,3 Prozent über dem einer Gebrauchtimmobilie, während die Spanne in Puerto Madero nur zehn Prozent beträgt.

Die gestiegenen Baukosten und die Wertsteigerung von Grundstücken erklären einen Teil der Unterschiede. „Heute ist eine neue Immobilie zwischen 15 und 30 Prozent teurer als eine gebrauchte, vor allem wegen der Baukosten in den letzten Jahren“, sagte Sebastián Sosa, Präsident von RE/MAX Argentinien und Uruguay. Dennoch bleiben ältere Wohnungen für Käufer attraktiv, da sie oft größere Räume und eine bessere Bauqualität bieten.

Die Rückkehr des Immobilienkredits beeinflusst den Markt ebenfalls. In Caballito werden etwa 80 Prozent der Verkäufe gebrauchter Immobilien über Finanzierungen abgewickelt, wie Alejandra González, Geschäftsführerin der Immobilienfirma Justevila, erklärte. „Käufer können über 10 oder 20 Jahre abzahlen, was Baufirmen nicht anbieten“, so González. Die Nachfrage nach kleineren Wohnungen mit zwei oder drei Zimmern ist in den letzten Monaten gestiegen.

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Quellen (3)

Aktualisiert: 07.08.2026, 00:10