Ab dieser Woche ist die Beimischung von Biodiesel zu normalem Diesel (Typ 3) in Paraguay obligatorisch, und zwar in einem Anteil von 8 % bis 10 %. Die vom Ministerium für Industrie und Handel (MIC, Ministerio de Industria y Comercio) angeordnete Maßnahme hat hauptsächlich das Ziel, die lokale industrielle Produktion des aus landwirtschaftlichen Rohstoffen gewonnenen Kraftstoffs zu fördern.
Der MIC-Minister Marco Riquelme versicherte, dass das neue Mischverhältnis keine Schäden an Fahrzeugmotoren verursachen werde. Er erklärte, die Umsetzung sei schrittweise erfolgt, zunächst über 3 %, dann 5 %, bevor das aktuelle Niveau erreicht wurde. Riquelme sagte, die Spanne von 8 % bis 10 % sei geschaffen worden, um Verhandlungen im Privatsektor anzuregen, wobei 8 % das verbindliche Minimum und die Obergrenze freiwillig sei. Zum Vergleich verwies er darauf, dass die verpflichtende Beimischung in Brasilien 15 % und in Argentinien 7,5 % betrage.
Der Minister gab zudem an, mit der Kammer der Automobil- und Maschinenhändler (CADAM, Cámara de Distribuidores de Automotores y Maquinarias) gesprochen zu haben, die sich sicher gezeigt habe, dass eine Beimischung von 8 % keine mechanischen Probleme verursachen würde. Riquelme warnte jedoch vor der Notwendigkeit von Sorgfalt in der Logistikkette, wie etwa die Vermeidung von Wasser in den Tanks der Tanklastwagen, eine Vorsichtsmaßnahme, die für jede Art von Kraftstoff gelte.
Angesichts der von Produktionssektoren und Importeuren geäußerten Bedenken verteidigte die Paraguayische Kammer für Biokraftstoffe und Erneuerbare Energien (Biocap, Cámara Paraguaya de Biocombustibles y Energías Renovables) die Maßnahme. Massimiliano Corsi, der Präsident von Biocap, erklärte, die Entscheidung sei nicht überstürzt, da sie seit über zwei Jahren mit den Behörden diskutiert worden sei. Er wies Einwände zurück, wonach Motoren von Lastwagen oder Landmaschinen Schaden nehmen könnten, und argumentierte, der Unterschied zwischen den zuvor akzeptierten 7 % und der neuen Mindestquote von 8 % sei technisch unbedeutend.
Corsi hob hervor, dass Biodiesel als Schmiermittel wirke und einen geringen Schwefelgehalt habe, was dem Motor zugutekomme. Er führte das Beispiel der etwa tausend paraguayischen Lastwagen an, die täglich in Brasilien tanken, wo die verpflichtende Beimischung 15 % beträgt, um die technische Machbarkeit zu demonstrieren. "Wenn die paraguayischen Lastwagen dort problemlos tanken, zeigt das, dass der Biokraftstoff die Motoren nicht beeinträchtigt", so sein Argument.
Neben den Umweltvorteilen betonte Corsi die wirtschaftlichen Vorteile. Laut Daten des MIC kostet Biodiesel im Vergleich zu erdölbasiertem Diesel pro Liter zwischen 10 und 12 Guaranís weniger. Er teilte zudem mit, dass Paraguay im vergangenen Jahr etwa 100 Millionen Liter Biodiesel produzierte, davon 85 Millionen für den Binnenmarkt und 27 Millionen, die nach Europa exportiert wurden, wobei die ungenutzte Kapazität von der lokalen Industrie genutzt wurde.
