Paraguayische Polizei zerschlägt kolumbianisches Netzwerk für Entführungen und Wucherkredite

Die Polizei Paraguays hat fünf Kolumbianer festgenommen, die einer kriminellen Organisation angehören sollen, die Entführungen und Erpressungen im Zusammenhang mit dem illegalen Kreditsystem „Gota a Gota“ durchführte.

Paraguayische Polizei zerschlägt kolumbianisches Netzwerk für Entführungen und Wucherkredite

Die Nationale Polizei Paraguays hat in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft am Freitag eine kriminelle Organisation zerschlagen, die aus kolumbianischen Staatsbürgern bestand und im Verdacht steht, Entführungen, Folter und das illegale Kreditsystem „Gota a Gota“ (Tropfen für Tropfen) zu betreiben. Die als „Operation Gota a Gota“ bezeichnete Aktion führte zur Festnahme von fünf Personen nach gleichzeitigen Durchsuchungen im Stadtteil Tablada Nova in Asunción sowie im Tercer Barrio in Luque.

Die Ermittlungen begannen nach einer Anzeige in Kolumbien beim Grupo de Acción Unificada por la Libertad Personal (GAULA) über die Entführung eines Landsmanns am 4. August in der paraguayischen Hauptstadt. Die Täter hatten der Familie des Opfers Videos und Audioaufnahmen mit Folterszenen geschickt und ein Lösegeld von 25 Millionen kolumbianischen Pesos – etwa 50 Millionen Guaraní – gefordert. Das Opfer wurde am Donnerstagabend während eines Unwetters freigelassen, nachdem die Polizei eines der Verstecke ausfindig gemacht hatte.

Laut Kommissar Nimio Cardozo, Leiter der Abteilung gegen Entführungen, gilt einer der Festgenommenen, der 23-jährige Jheiner David Rojas Pallares, als Anführer der Gruppe. Die Behörden fahnden zudem nach einer Frau, die im Verdacht steht, der Bande anzugehören. Rojas Pallares war bereits im Juni 2024 in Peru festgenommen worden, weil er einer kriminellen Organisation angehören sollte, die im Auftragsmord und organisierter Kriminalität tätig war.

Die Vorgehensweise der Bande war mit dem „Gota a Gota“-Kreditsystem verknüpft, einer Form des Wuchers, bei der Kredite mit extrem hohen Zinsen – teilweise über 500 Prozent pro Jahr – vergeben werden. Konnten die Schuldner ihre Raten nicht zahlen, wurden sie erpresst, bedroht, entführt oder körperlich misshandelt. Von den Behörden sichergestellte Audioaufnahmen enthalten explizite Drohungen wie: „Wenn du nicht zahlst, nehme ich dir einen Arm oder ein Bein ab oder zünde dich an.“

Internationale Polizeibehörden hatten bereits vor der Ausbreitung dieses kriminellen Systems in Paraguay gewarnt. Die ursprünglich aus Medellín in Kolumbien stammende Masche hat sich in Länder wie Mexiko, Peru und Argentinien ausgebreitet und ist häufig mit Geldwäsche und anderen schweren Straftaten verbunden. Staatsanwalt Lorenzo Lezcano wird die formelle Anklage gegen die fünf Festgenommenen wegen des Verdachts auf Entführung und Bildung einer kriminellen Vereinigung erheben.

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Quellen (4)

Aktualisiert: 08.08.2026, 10:00