Abelardo de la Espriella übernimmt heute offiziell das Amt des kolumbianischen Präsidenten in einer historischen Zeremonie in Cali, die mit der zweihundertjährigen Tradition der Amtseinführung in Bogotá bricht. Der 48-jährige Strafverteidiger, bekannt als „El Tigre“, kommt nach einem rasanten politischen Aufstieg mit seiner Bewegung „Defensores de la Patria“ an die Macht und kündigt eine Regierung der „harten Hand“ gegen Guerilla und Drogenhandel an.
Der neue Präsident, der die kolumbianische und US-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, setzt als unmittelbare Prioritäten die Bekämpfung der Kriminalität, die Neuausrichtung der Beziehungen zu den Vereinigten Staaten und das Ende der Friedensverhandlungen der Vorgängerregierung. Seine Sicherheitsstrategie umfasst die Intensivierung von Luftangriffen auf Guerillalager mit Unterstützung Israels und der USA sowie den Bau von Megagefängnissen nach dem Vorbild El Salvadors.
Die Zeremonie in Cali, einer kürzlich von Anschlägen betroffenen Stadt, findet unter massiven Sicherheitsvorkehrungen statt, darunter Tausende Soldaten und ein Anti-Drohnen-System. Unter den anwesenden internationalen Führern sind die Präsidenten Javier Milei (Argentinien), Daniel Noboa (Ecuador), José Antonio Kast (Chile) und Santiago Peña (Paraguay) sowie der spanische König Felipe VI.
Der paraguayische Präsident Santiago Peña, der eine Delegation unter anderem mit First Lady Leticia Ocampos und Außenminister Rubén Ramírez leitet, betont die Bedeutung der Stärkung der regionalen Sicherheitszusammenarbeit. Peña berichtet von schwierigen Beziehungen zu seinem Vorgänger Gustavo Petro: „Leider hat Präsident Petro in drei Jahren seiner Amtszeit nie zugestimmt, sich mit mir zu treffen, was von mangelnder Toleranz zeugt.“
De la Espriella kündigt tiefgreifende Veränderungen in der Außenpolitik an, darunter die Wiederherstellung der Beziehungen zu Israel, den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Kuba und Nicaragua sowie den Austritt aus der chinesischen Seidenstraßen-Initiative. Im Inland plant er, den Staat um 40 % zu verkleinern, unter anderem durch die Abschaffung der Friedens- und Menschenrechtspräsidentschaften.
Die neue Regierung übernimmt ein Land mit etwa 25.000 bewaffneten Personen, wie offizielle Daten aus dem Jahr 2025 zeigen, und verfügt über Streitkräfte mit begrenzter Personal- und Ausrüstungskapazität. Experten warnen vor möglichen zivilen Kollateralschäden, falls eine zu harte Vorgehensweise gegen bewaffnete Gruppen in besetzten Gebieten gewählt wird.
Gustavo Petro, der der Amtseinführung fernbleibt, verlässt das Amt unter Korruptionsvorwürfen in seinem Umfeld, darunter millionenschwere Veruntreuungen in der Katastrophenschutzbehörde und Ermittlungen gegen seinen ältesten Sohn.
