Paraguayische Produzenten klagen über Chia-Schmuggel aus Brasilien, der Inlandspreise drückt

Paraguayische Produzenten machen Chia-Schmuggel aus Brasilien für einen Preisverfall von fast 50 % im Inland verantwortlich, während die Exporte des Getreides in Menge und Wert zulegen.

Paraguayische Produzenten klagen über Chia-Schmuggel aus Brasilien, der Inlandspreise drückt

Der Preis für Chia auf dem paraguayischen Inlandsmarkt ist im Vergleich zum Vorjahr um fast 50 % eingebrochen und sank von etwa 12.000 Guaraní pro Kilogramm auf Werte um 6.000 Guaraní. Produzenten aus den Departamentos Canindeyú und San Pedro führen den drastischen Rückgang auf einen mutmaßlich massiven Schmuggel des Getreides aus Brasilien zurück.

Landwirte aus der Grenzregion Ypehú in Canindeyú berichten, dass Lastwagen mit brasilianischer Chia nach Paraguay einreisen und die Kapazität der lokalen Silos gesättigt haben, wodurch die nationale Produktion verdrängt und die Preise nach unten gedrückt werden. Sie geben an, dass sie mit dem aktuellen Wert ihre Produktionskosten nicht decken können und Gefahr laufen, die Ernte mit erheblichen Verlusten abzuschließen.

Mitarbeiter der Dirección Nacional de Ingresos Tributarios (DNIT), der nationalen Steuerbehörde, bestreiten Schmuggel in der Region und erklären, dass sie die Dokumentation der Lastwagen prüfen und die Waren ordnungsgemäße Rechnungen vorweisen. Allerdings räumen sie ein, dass das Verfahren nicht sicherstellen kann, ob die Chia tatsächlich in Paraguay angebaut oder zuvor aus Brasilien eingeführt wurde.

Parallel dazu zeigen Daten der Paraguayischen Kammer der Sesamexporteure (Capexse), dass die Chia-Exporte von Januar bis Juli 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12 % im Volumen und 41 % im Wert gestiegen sind und insgesamt 36.499 Tonnen und 106 Millionen US-Dollar erreichten. Der durchschnittliche Exportpreis stieg auf 2.911 US-Dollar pro Tonne gegenüber 2.311 US-Dollar im Vorjahr.

Die Diskrepanz zwischen der Preiskrise auf dem Inlandsmarkt und der positiven Exportleistung hat die Produzenten dazu veranlasst, strengere Untersuchungen zur Herkunft der im Inland gehandelten Chia und wirksame Maßnahmen zur Bekämpfung des Schmuggels zu fordern. Sie warnen davor, dass ohne eine sofortige Reaktion viele Landwirte den Chia-Anbau in den nächsten Ernteperioden aufgeben könnten.

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Quellen (2)

Aktualisiert: 24.08.2026, 01:00