Paraguays öffentliche Verschuldung belief sich Ende Juli 2026 auf 22,208 Milliarden US-Dollar. Das waren 1,760 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 8,6 % mehr als Ende Dezember 2025 und 2,575 Milliarden US-Dollar beziehungsweise rund 12 % mehr als im Juli des Vorjahres.
Nach Angaben des Ministeriums für Wirtschaft und Finanzen (Ministerio de Economía y Finanzas, MEF) wurde der Anstieg vor allem durch weitere Anleiheemissionen und neue Kreditauszahlungen verursacht.
Warum die Schuldenquote trotzdem sank
Obwohl der Schuldenbetrag zunahm, sank die Verschuldung im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 41,1 % Ende Dezember 2025 auf 34,8 % im Juli 2026. Im Juli 2025 hatte die Quote bei 39,1 % gelegen.
Ein Faktor ist der Wechselkurs. Nach Daten der paraguayischen Zentralbank (Banco Central del Paraguay, BCP) lag der Referenzkurs am 31. Dezember 2025 bei 6.575,71 Guaraní je US-Dollar und am 31. Juli 2026 bei 5.965,93 Guaraní. Der Dollarkurs fiel damit in sieben Monaten um rund 9,3 %. Ein stärkerer Guaraní erhöht, bei ansonsten gleichen Bedingungen, den in US-Dollar umgerechneten Wert des paraguayischen BIP und kann dadurch die Schuldenquote senken.
Der Wechselkurs ist allerdings nicht der einzige Faktor. Auch die Entwicklung und Neubewertung des nominalen BIP beeinflusst die Quote. Die niedrigere Schuldenquote bedeutet deshalb nicht, dass Paraguay seine Schulden reduziert hätte: Der absolute Schuldenbestand ist im selben Zeitraum gestiegen.
Mehr als 80 % der Schulden gegenüber ausländischen Gläubigern
Von den 22,208 Milliarden US-Dollar entfielen 18,398 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 82,8 % auf Auslandsschulden. Die Inlandsschulden beliefen sich auf 3,810 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 17,2 %.
Zu den wichtigsten Bestandteilen der Auslandsschulden gehören Kredite multilateraler Finanzinstitutionen und paraguayische Staatsanleihen auf internationalen Kapitalmärkten. Multilaterale Kredite machten Ende Juli 8,953 Milliarden US-Dollar aus, internationale Anleihen 9,090 Milliarden US-Dollar.
Asunción zahlt auf ältere Anleiheverpflichtungen
Unabhängig von der Staatsverschuldung auf nationaler Ebene meldete die Stadtverwaltung von Asunción Zahlungen auf Verpflichtungen aus kommunalen Anleihen, die in früheren Amtszeiten ausgegeben worden waren.
Nach Angaben der städtischen Finanzverwaltung wurden bislang 73.389.753.425 Guaraní auf solche Verpflichtungen gezahlt. Die derzeitige Verwaltung erklärte, in ihrer Amtszeit keine neuen kommunalen Anleihen ausgegeben und über diesen Weg keine neue Verschuldung aufgenommen zu haben.
Am 15. September wurden 22.448.452.055 Guaraní für Kuponzahlungen der Anleiheserien G8 S1 und G7 S3 überwiesen. Dabei handelt es sich um Zahlungen auf die mit den Anleihen verbundenen Verpflichtungen und nicht um eine Tilgung des gesamten entsprechenden Anleihekapitals.
Für die Serien G8 S2 und G6 S3 waren weitere 18.653.465.753 Guaraní offen. Nach Angaben der Beteiligten liefen Gespräche über die Regulierung dieses Betrags weiter.
Die beiden Entwicklungen betreffen unterschiedliche Ebenen der öffentlichen Finanzen: Während Paraguays nationaler Schuldenbestand weiter wächst, muss Asunción Verpflichtungen aus bereits früher ausgegebenen kommunalen Anleihen bedienen.
