Beamte des Comando Tripartito führten in den frühen Morgenstunden dieses Donnerstags fünf zeitgleiche Durchsuchungen in Ciudad del Este durch. Die um 02:00 Uhr begonnene Aktion wurde von den Staatsanwälten Osvaldo Zaracho und Luis Fernando Escobar koordiniert und führte zur Festnahme von drei Personen sowie zur Sicherstellung von Betäubungsmitteln.
Die Ermittlungen zielen auf die Zerschlagung einer kriminellen Organisation, die mit dem millionenschweren Raubüberfall vom 5. Februar auf die Recicladora Walter am Kilometer 12 der Monday-Landstraße in Verbindung steht. Damals erbeutete die Bande 260 Millionen Guaraníes, von denen 100 Millionen Guaraníes nach der Festnahme von drei Komplizen wiederbeschafft werden konnten. Laut Escobar ergaben die technischen Ermittlungen der Nationalpolizei, dass über die bereits Inhaftierten hinaus weitere Beteiligte existieren.
Während der Maßnahmen gelang zwei der Hauptziele die Flucht, bevor die Polizei eintraf – offenbar gewarnt durch Späher, die Messenger-Dienste nutzten. Unter den Flüchtigen befinden sich Rodrigo Fabián Silva Argüello, genannt „Pika“, gegen den ein Haftbefehl wegen vorsätzlicher Tötung und schweren Raubes vorliegt, sowie Wilson Darío Rotela Coronel, der aus dem Gefängnis von Minga Guazú ausgebrochen ist.
Neben dem Fall der Recyclingfirma schreiben die Ermittler dieser Gruppe auch den Raubüberfall auf das Unternehmen Paresa, ebenfalls am Kilometer 12, sowie den gewaltsamen Angriff auf das Holding Xtreme Import Export im Stadtteil Obrero zu, bei dem ein Wachmann getötet wurde. Es gibt Hinweise, die noch nicht unabhängig bestätigt sind, dass dieselbe kriminelle Struktur einen großangelegten Plan für einen Angriff auf den internationalen Flughafen Guaraní vorbereitete.
Kriminalhauptkommissar Carlos Duré, Leiter des Comando Tripartito, hob die einsatztaktischen Schwierigkeiten im Stadtteil San Rafael hervor, in dem ein Teil der Durchsuchungen stattfand. Er beschrieb den Ort als eines der schwierigsten Gebiete für Polizeieinsätze in ganz Paraguay – bedingt durch fehlende Stadtplanung und enge Gassen, die Kriminellen die Flucht erleichtern.