Einsatz rettet 42 indigene Kinder vor Kälte in Ciudad del Este; Kreislauf der Bettelei hält an

Mitarbeiter von Minna und Codeni holten 42 indigene Kinder und Jugendliche von den Straßen Ciudad del Estes, doch mangels struktureller Lösungen kehren Familien innerhalb von Wochen zur Bettelei zurück.

Bei niedrigen Temperaturen wurden am Montagnachmittag 42 indigene Kinder und Jugendliche in der Umgebung des Busbahnhofs von Ciudad del Este gerettet. Der Einsatz wurde vom Ministerium für Kindheit und Jugend (Minna) koordiniert, mit Unterstützung der örtlichen Codeni, des paraguayischen Indigeneninstituts (Indi), der Regierung von Alto Paraná, der Staatsanwaltschaft und der Nationalpolizei.

Die Kinder lagen auf kalten Gehwegen, bedeckt mit abgenutzten Decken, und waren an Ampeln der Bettelei ausgesetzt. Laut der Anwältin María Graciela Sánchez von Codeni sammeln die Familien durch Betteln bis zu 300.000 Guaraníes pro Tag. „Wer würde kein Mitleid haben?“, fragte sie.

Unter den Geretteten befand sich eine ältere Frau aus Central, die von sieben minderjährigen Kindern begleitet wurde – sie war zuvor bereits in Fernando de la Mora aufgegriffen worden. Drei Kinder waren ohne Begleitung eines verantwortlichen Erwachsenen. Alle wurden vor dem Transport medizinisch untersucht.

Die Gruppe wurde in ihre Herkunftsgemeinden in Caazapá, Guairá und einige Orte in Alto Paraná zurückgebracht. Die Mutter mit sieben Kindern wurde in das offene Zentrum Refugio des Minna in Ciudad del Este gebracht, während Schutzmaßnahmen festgelegt werden.

Doch der Kreislauf wiederholt sich. „Sie brauchen 15 bis 20 Tage, um zurückzukehren, weil diese Gegend stark kommerziell ist und viel Geld im Umlauf ist“, erklärte Sánchez. Die Familien mieten Zimmer für 40.000 Guaraníes pro Tag; wenn sie das nicht schaffen, schlafen sie unter Planen auf Brachland oder im Bereich der Dauerfeira.

Codeni beklagte, dass die Situation an Kinderausbeutung und Verletzung der Fürsorgepflicht grenze und eine Straftat darstellen könne. Die Stadtverwaltung von Ciudad del Este unterhält eine Unterkunft für Erwachsene in der Kunst- und Handwerksschule, und Codeni verfügt über eine temporäre Unterkunft für Kinder in Notlagen. Städtische Mitarbeiter verteilen auch Kleidung auf der Straße an diejenigen, die die Unterkünfte ablehnen.