Sheinbaum fordert Gegenseitigkeit von den USA bei Auslieferungen: 269 Anträge seit 2018 unbeantwortet

Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum erklärte, dass keiner der 269 seit 2018 an die USA gestellten Auslieferungsanträge bearbeitet wurde, und forderte Gegenseitigkeit. Sie nannte relevante Fälle, darunter Verdächtige im Zusammenhang mit dem Verschwinden von 43 Studenten in Ayotzinapa, und stellte die Eröffnung einer US-Ermittlung gegen den Gouverneur von Sinaloa, Rubén Rocha Moya, infrage.

Sheinbaum cobra reciprocidade dos EUA em extradições: 269 pedidos sem resposta desde 2018
Sheinbaum cobra reciprocidade dos EUA em extradições: 269 pedidos sem resposta desde 2018

Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum forderte am Dienstag mehr Gegenseitigkeit von den USA in Auslieferungsfragen. Ihrer Aussage nach wurden von den 269 Anträgen, die Mexiko seit 2018 gestellt hat, 36 abgelehnt und 233 blieben unbeantwortet von den US-Behörden.

„Was fordert Mexiko immer? Gegenseitigkeit. Warum wurde keiner ausgeliefert, wenn es sich um relevante Fälle handelt, wenn es Gegenseitigkeit gibt?“, fragte Sheinbaum in einer Pressekonferenz. Sie betonte, dass sich unter den Anträgen Verdächtige im Fall Ayotzinapa befinden, der das Verschwinden von 43 Lehramtsstudenten im Jahr 2014 untersucht, mit möglicher Beteiligung von Beamten und Sicherheitskräften.

Die Äußerung erfolgt im Zusammenhang mit einer von den USA eröffneten Ermittlung gegen den Gouverneur von Sinaloa, Rubén Rocha Moya, und neun weitere mexikanische Amtsträger wegen angeblicher Verbindungen zum Sinaloa-Kartell. Sheinbaum erklärte, Washington habe die Auslieferung dieser Personen beantragt, halte die Vorwürfe jedoch für nicht ausreichend belegt. Die mexikanische Staatsanwaltschaft ihrerseits leitete eigene Ermittlungen zu dem Fall ein.

„Wie viele wurden an Mexiko ausgeliefert? Keiner“, unterstrich die Präsidentin und betonte, dass die mangelnde Kooperation der USA die Aufklärung schwerer Straftaten für den mexikanischen Staat behindere.