Der Unternehmer Édgar Darío Velazco González, Präsident der Unternehmen Credi Cifra und All Motors SA, hat unterschiedliche Maßstäbe angeprangert, die die paraguayische Judikative bei der Festsetzung von Anwaltshonoraren in ein und demselben Gerichtsverfahren anlegt.
Der Fall bezieht sich auf eine Klage von All Motors SA gegen Albino Gustavo Jara Gomes und andere wegen Vertragsverletzung mit einem geschätzten Wert von 1,36 Millionen US-Dollar, was im Oktober 2022 etwa 9,7 Milliarden Guaraníes entsprach.
Zunächst setzte der Richter José Guillermo Trovato Fleitas vom Zivil- und Handelsgericht erster Instanz die Honorare für die Anwälte Milner Sosa und Dulce Sosa auf 10 % bzw. 5 % des Streitwerts fest, was Gesamtbeträge von 474 Millionen Guaraníes für Milner und 237 Millionen Guaraníes für Dulce einschließlich einstweiliger Maßnahmen und Mehrwertsteuer ergab.
Das Berufungsgericht in Zivil- und Handelssachen überprüfte die Beträge und bestätigte die ursprünglichen Prozentsätze mehrheitlich, korrigierte jedoch die Werte auf 296 Millionen Guaraníes für Milner Sosa und 148 Millionen Guaraníes für Dulce Sosa. Einer der Richter, Hugo Garcete, war anderer Meinung und schlug niedrigere Prozentsätze vor: 5 % für den patrocinierenden Anwalt und 2,5 % für die Prokuratorin.
Velazco kritisierte die Diskrepanz und behauptete, die Berechnungen hätten nicht dem Gesetz Nr. 1.376/88 entsprochen, das Obergrenzen für Honorare in Gerichtsverfahren festlegt. Er erklärte, die Fachkräfte hätten nur in einer von drei Verfahrensphasen gearbeitet, und die Beträge müssten proportional zur tatsächlich geleisteten Arbeit sein.
Der Unternehmer verglich das Vorgehen zudem mit der "Honorar-Mafia" und beschuldigte Richter der Pflichtverletzung. Er wies darauf hin, dass in einer anderen Phase desselben Verfahrens die Honorare für einen anderen beteiligten Anwalt erheblich anders berechnet worden seien.
