Der offizielle Besuch der Exekutive in Taiwan, der letzte Woche endete, führte zu einer Reihe von Handels- und Kooperationsabkommen, die von der Ausfuhr von Hühnerfleisch bis zur Gründung einer bilateralen Handelskammer reichen. Die Delegation, bestehend aus rund 50 Unternehmen und Vertretern der wichtigsten Produktionsverbände, war die größte, die jemals vom paraguayischen Privatsektor auf die asiatische Insel entsandt wurde, so der Minister für Industrie und Handel (MIC), Marco Riquelme.
Der wichtigste Fortschritt war die sanitäre Zulassung Taiwans für die Einfuhr von paraguayischem Hühnerfleisch. Der taiwanesische Markt importiert derzeit jährlich Hühnerfleisch im Wert von 350 Millionen US-Dollar, und die paraguayische Geflügelwirtschaft hofft, einen bedeutenden Anteil dieses Volumens zu erobern. Blanca Ceuppens, Präsidentin von Pechugón, erklärte, dass die ersten persönlichen Verhandlungen mit taiwanesischen Importeuren bereits stattgefunden hätten und die ersten Lieferungen in den nächsten Wochen erfolgen sollten. Ziel ist es, die Exporte von 7.000 Tonnen im Jahr 2025 auf 10.000 Tonnen in diesem Jahr zu steigern.
Ein weiteres bedeutendes Abkommen war der Verkauf von CO2-Zertifikaten. Das paraguayische Unternehmen Atenil schloss einen Vertrag mit dem taiwanesischen Unternehmen ADATA Technology Co. über die Vermarktung von Zertifikaten, die aus Emissionsminderungen generiert werden. Riquelme erklärte, dass Taiwan die Emission von Treibhausgasen besteuere und dass lokale Unternehmen diese Emissionen nun durch den Kauf paraguayischer Zertifikate kompensieren könnten. Das Marktpotenzial liegt bei über 5 Millionen Tonnen Zertifikaten, was etwa 100.000 US-Dollar pro Jahr entspricht.
Im Bereich saubere Energie ging Heliotec eine Partnerschaft mit taiwanesischen Unternehmen ein, um eine Montageanlage für Solarmodule in Paraguay zu errichten. Die Master Transportation Bus Manufacturing Ltd verpflichtete sich, eine Betriebseinheit im Taiwan-Paraguay-Industriepark in Minga Guazú zu eröffnen.
Die Wirtschaftsverbände, die Teil der Delegation waren, unterzeichneten ebenfalls ein Abkommen zur Gründung der Taiwan-Paraguay-Handelskammer sowie ein Memorandum mit der Chinesischen Vereinigung für internationale Wirtschaftskooperation (CIECA), einer taiwanesischen öffentlich-privaten Einrichtung zur Förderung von Industrie und Handel. Enrique Duarte, Präsident der Industrieunion Paraguays (UIP), betonte, dass der taiwanesische Privatsektor zum ersten Mal echtes Interesse an Geschäften mit Paraguay gezeigt habe.
Auf Regierungsebene schlossen die beiden Länder ein Abkommen zur Gründung eines binationalen Unternehmens, das in drei Phasen ein Datenzentrum für künstliche Intelligenz (KI) errichten wird. Präsident Santiago Peña verglich die Initiative mit den Arbeiten am binationalen Itaipu-Kraftwerk, die Paraguay an die Spitze der Wasserkrafterzeugung brachten, und äußerte die Hoffnung, dass das Datenzentrum dasselbe im globalen Wettlauf um Rechenzentren für KI-Computing bewirken werde.