Abgeordnete der Ausschüsse für Migrations- und Entwicklungsfragen sowie für Wahlangelegenheiten der Abgeordnetenkammer führen am Montag, dem 10. August, ein technisches Treffen mit Vertretern des Obersten Wahlgerichts (TSJE) durch. Die Sitzung findet im Plenarsaal der Abgeordnetenkammer statt und dient der Analyse von Reichweite und Herausforderungen des Gesetzes Nr. 7443/2024, das die automatische Eintragung in das Ständige Wählerverzeichnis (RCP) regelt.
Das kürzlich in Kraft getretene Gesetz soll die volle Ausübung des Wahlrechts gewährleisten, indem alle paraguayischen Staatsbürger ab Vollendung des 18. Lebensjahres automatisch in das RCP eingetragen werden – sowohl im Inland als auch im Ausland lebende Personen. Die Maßnahme zielt darauf ab, die Wahlbeteiligung deutlich zu erhöhen, insbesondere die der paraguayischen Diaspora.
Neben dem TSJE und den Parlamentariern nehmen Vertreter weiterer Schlüsselbehörden an der Sitzung teil, die für die Umsetzung des Gesetzes entscheidend sind. Dazu gehören das Außenministerium, die Nationale Migrationsbehörde, die Abteilung für Identifizierungen der Nationalpolizei, die Generaldirektion des Zivilstandsregisters, das Ministerium für Informationstechnologie und Kommunikation, die Behörde für die Entwicklung von Rückkehrern und landsmännischen Flüchtlingen, die Koordinierungsstelle für paraguayische Migration und das Netzwerk migrierender Frauen sowie weitere Institutionen.
Aktuelle Daten verdeutlichen das Ausmaß der Herausforderung: Laut offiziellen Angaben wurden zwischen 2011 und 2025 nur etwas mehr als 57.000 im Ausland lebende Paraguayern in das RCP eingetragen. Diese Zahl entspricht lediglich 3,8 Prozent der rund 1,5 Millionen Landsleute, die außerhalb des Landes leben, und unterstreicht die Notwendigkeit, den Registrierungsprozess zu beschleunigen und zu modernisieren.
Im Rahmen der Arbeitssitzung wird eine Bewertung der Fortschritte sowie der erforderlichen zwischenbehördlichen Maßnahmen vorgenommen, um die effektive Wahlbeteiligung paraguayischer Staatsbürger im Ausland sicherzustellen. Die fachliche Diskussion gilt als entscheidender Schritt zur Umsetzung des neuen Gesetzes und zur Überwindung historischer Hürden, die den Zugang dieser Bevölkerungsgruppe zum Wahlrecht bisher eingeschränkt haben.
