Allergien betreffen 30 Prozent der Paraguayer und Expertin warnt vor globaler Epidemie

Eine Expertin warnt davor, dass Allergien, von denen bereits 30 % der paraguayischen Bevölkerung betroffen sind, zu einer globalen Epidemie werden, von der bis 2050 voraussichtlich die Hälfte der Weltbevölkerung betroffen sein wird. Angetrieben durch Faktoren wie Umweltverschmutzung und Verstädterung, fehlt es im öffentlichen Gesundheitswesen an Ressourcen für angemessene Behandlungen.

Allergien betreffen 30 Prozent der Paraguayer und Expertin warnt vor globaler Epidemie
KI-generierte Illustration.

Etwa 30 % der paraguayischen Bevölkerung leidet an einer Art von Allergie, so die Allergologin Perla Alcaraz vom Hospital de Clínicas, dem Lehrkrankenhaus der Nationalen Universität von Asunción. Die Fachärztin warnt, dass allergische Erkrankungen zu einer "neuen globalen Epidemie" werden, wobei Projektionen der Weltallergieorganisation (WAO) darauf hindeuten, dass bis 2050 die Hälfte der Weltbevölkerung betroffen sein könnte.

Alcaraz, die auch Assistenzprofessorin an der Medizinischen Fakultät ist, führt diesen Anstieg auf eine Kombination von Umweltfaktoren und Änderungen der Lebensgewohnheiten zurück. Die Luftverschmutzung mit Feinstaubpartikeln und Ozon macht Pollen allergenischer und verlängert die Pollenflugzeiten. Zudem verändern die Verstädterung und der Konsum von ultraverarbeiteten Lebensmitteln die Darmmikrobiota und beeinflussen das Immunsystem, was allergische Reaktionen auslöst.

Zu den häufigsten Allergien in Paraguay zählen die allergische Rhinitis, von der bis zu 40 % der Jugendlichen betroffen sind, die Urtikaria (Nesselsucht), die bei bis zu 30 % der Bevölkerung im Laufe des Lebens auftreten kann, und die atopische Dermatitis. Ebenfalls häufig sind Nahrungsmittelallergien, allergisches Asthma, Arzneimittelreaktionen, Insektenstichreaktionen und schwere Fälle von Anaphylaxie.

Die Ärztin hob die Notwendigkeit hervor, die Ressourcen im öffentlichen Gesundheitswesen für die Behandlung von Allergien zu verstärken. Viele essentielle Medikamente wie Immuntherapien und biologische Produkte sind im öffentlichen System nicht verfügbar oder aufgrund der hohen Kosten unzugänglich. Im Hospital de Clínicas beispielsweise wird die Immuntherapie durch Eigeninitiative durchgeführt, und Programme zur Bereitstellung von Asthmasprays gelten als unzureichend.

Quellen (1)

Aktualisiert: 10.07.2026, 01:31