Der Sonderausschuss des Senats, der die sogenannte "Wechsel-Mafia" untersucht, hat der Staatsanwaltschaft einen Bericht vorgelegt, der 46 Fälle von Krankenschwestern und Angestellten des Hospital de Clínicas detailliert beschreibt, die angeblich Opfer eines Betrugssystems wurden, das über ein Jahrzehnt andauerte. Die Opfer, die Kredite aufnahmen oder Produkte über die aufgelöste gegenseitige Vereinigung des Hospital de Clínicas (Asociación Mutual del Hospital de Clínicas, AMUCLIN) kauften, hatten die Zahlungen zwar vom Gehalt abgezogen, wurden aber später gerichtlich wegen bereits beglichener Schulden verklagt.
Dem parlamentarischen Untersuchungsbericht zufolge umfasste das System den Weiterverkauf der ursprünglich mit der AMUCLIN unterzeichneten Wechsel. Die Dokumente, die "auf Sicht" lauteten, wurden unrechtmäßig mit Fälligkeitsdaten versehen, und die Adressen der Schuldner wurden auf die des Hospital de Clínicas selbst gefälscht, so dass die gerichtlichen Benachrichtigungen die wahren Empfänger, viele bereits im Ruhestand, nie erreichten. Diese Praxis führte zur Saümigkeit der Opfer in den Verfahren.
Das vom Ausschuss beschriebene Netzwerk soll von der damaligen Präsidentin der AMUCLIN, Clara Benítez, den Anwälten Lourdes Aranda und Carlos Enrique Lara sowie dem Ehepaar Julia Mabel Acosta Rojas und Fabio Ubaldo Molinas gebildet worden sein. Während die Anwältin Lourdes Aranda die Klagen einreichte, fungierte Fabio Molinas als Gerichtsbeamter für die Vollstreckung der Pfändungen und trat auch nach der Zession der Forderungen als Kläger auf. Seine Ehefrau, Julia Acosta, war die Empfängerin der Verfahrensrechte.
Der Bericht weist auch auf ein institutionelles Versagen hin: Das Hospital de Clínicas, das der Medizinischen Fakultät der Nationalen Universität von Asunción (Facultad de Ciencias Médicas de la Universidad Nacional de Asunción, FCM-UNA) angegliedert ist, genehmigte den Gehaltsabzug ohne Registrierung der Namen der kreditgebenden Stellen, was es den Angestellten unmöglich machte, die Zahlung nachzuweisen. In einigen Fällen verweigerte die Fakultätsleitung selbst den Zugang zu alten Gehaltsabrechnungen.
Staatsanwalt Luis Piñánez von der Abteilung für Wirtschaftsdelikte, der bereits Anklage gegen die Anwältin Lourdes Aranda erhoben hatte, erhielt das neue Dossier. Er hat bis August Zeit zu entscheiden, ob er Anklage gegen sie erhebt und die Eröffnung einer mündlichen Verhandlung beantragt. Die in den betrügerischen Verfahren involvierten Beträge beliefen sich auf fast 30 Millionen Guaranis bei einzelnen Transaktionen und ließen die Opfer in einer Situation der "wirtschaftlichen Erstickung" zurück.
