Arbeitnehmer fordern 20 Prozent, Unternehmer warten auf Daten der Zentralbank Paraguays; Mindestlohnverhandlungen liegen auf Eis

Die Verhandlungen über den Mindestlohn in Paraguay liegen weiterhin auf Eis, nachdem die Arbeitnehmerseite ihre Forderung nach einer Erhöhung um 20 Prozent bekräftigt hat und der Unternehmenssektor sich weigert, ein Gegenangebot zu unterbreiten, bevor das Banco Central del Paraguay die Inflationsdaten veröffentlicht.

Nach der vierten Sitzung des Nationalen Rates für Mindestlöhne (Conasam), die an diesem Mittwoch stattfand, bleiben die Verhandlungen über die Lohnanpassung festgefahren. Die Vertreter der Arbeitnehmer bekräftigten ihre Forderung nach einer Erhöhung um 20 Prozent, was 647.000 Guarani entspricht, während die Unternehmensseite weiterhin darauf besteht, offizielle Inflationsdaten abzuwarten, bevor sie ein konkretes Zahlenangebot unterbreitet.

Bernardo Rojas, Vertreter der Central Obrera, erklärte, die Arbeitnehmer blieben bei ihrem Vorschlag beharrlich und argumentierten, die Anpassung müsse die tatsächlichen Lebenshaltungskosten widerspiegeln und nicht nur die geltenden gesetzlichen Mechanismen. Während die Gewerkschaften konkrete Zahlen auf den Tisch legten, beschränkten sich die Arbeitgeber darauf, das Gesetz zu zitieren, ohne über konkrete Beträge zu diskutieren. Rojas betonte, dass die Bedürfnisse der Bevölkerung und die Lebenshaltungskosten bei der Entscheidung Gewicht haben müssten, und kritisierte das Fehlen einer ernsthaften Antwort seitens der Arbeitgeber.

Angesichts des Ausbleibens eines formalen Gegenvorschlags haben die Gewerkschaften die direkten Verhandlungen mit der Unternehmensseite vorübergehend ausgesetzt. Sie beabsichtigen nun, den Dialog direkt mit der Regierung zu suchen und ein dringliches Treffen mit dem Staatspräsidenten zu erwirken, um die Pattsituation zu überwinden. Rojas warnte, dass die Gewerkschaften im Falle eines ausbleibenden Einvernehmens zum geeigneten Zeitpunkt die rechtlich zulässigen Maßnahmen ergreifen würden.

Von Seiten der Arbeitgeber erläuterte Enrique Vidal, der Fokus der Sitzung habe auf internen Fragen zur Arbeitsweise des Conasam gelegen, einschließlich der Ausarbeitung einer Geschäftsordnung für das Gremium. Hinsichtlich der Lohnanpassung begründete Vidal das Fehlen konkreter Zahlen damit, dass die Wirtschaft den am kommenden Montag erwarteten Inflationsbericht der Zentralbank von Paraguay (BCP) für den Monat Mai abwarten müsse. Erst nach Veröffentlichung dieses Berichts seien Prozentdiskussionen möglich.

Vidal bestätigte, dass die Unternehmensseite die Forderung der Arbeitnehmer nach 20 Prozent nicht unterstützt. Jede Anpassung müsse strikt auf dem vom Zentralbank berechneten Verbraucherpreisindex (VPI) basieren. Er betonte das Vertrauen in die offiziellen Daten des BCP und stellte klar, dass zwar Gesetzesänderungen geprüft werden könnten, die Einhaltung der aktuellen Rechtslage jedoch verpflichtend sei.

Der stellvertretende Arbeitsminister César Segovia bewertete die Diskussionen als von gegenseitigem Respekt geprägt. Er äußerte die Erwartung, dass bis zum 15. Juni – der Frist für die Vorlage des Anpassungsvorschlags an die Präsidentschaft der Republik – zumindest eine konsensfähige Position gefunden wird.