Die Baubranche in Paraguay befindet sich 2026 in einer „widersprüchlichen" Dynamik, die durch das Nebeneinander eines großen potenziellen Auftragsvolumens und anhaltender finanzieller Schwierigkeiten geprägt ist, insbesondere bei Unternehmen, die im öffentlichen Bau tätig sind. Diese Einschätzung stammt von Gustavo Masi, Vorstandsmitglied der Cámara Vial Paraguaya (CAVIALPA), der die Lage in einem Interview mit dem Programm „Economía a 1000" analysierte.
Laut Masi bestehen zwar positive Erwartungen und ein bedeutendes Portfolio an laufenden Projekten, doch die Liquiditätsprobleme belasten den Sektor weiterhin. Er wies darauf hin, dass die Fortsetzung der Investitionen in Infrastrukturprojekte, die vom Ministerio de Obras Públicas y Comunicaciones (MOPC) vorangetrieben werden, dazu beigetragen hat, das Vertrauen der Unternehmen zu stärken und die Aktivität aufrechtzuerhalten.
Der Geschäftsführer hob hervor, dass eine Kapitalinjektion zwischen April und Mai die Fortführung mehrerer Straßenbauprojekte ermöglicht sowie den Auftragsbestand erweitert und die Beschäftigungsprognosen in der Branche verbessert hat.
Masi betonte zudem, dass der Ausbau der Ruta PY01 größtes Interesse multilateraler Organisationen an öffentlich-private Partnerschaftsmodellen geweckt hat, was dazu beigetragen hat, die Erwartungen im Segment zu heben. Darüber hinaus verwies er auf den Schub durch staatlich geförderte städtische Infrastrukturvorhaben und erklärte, dass solche Projekte nicht nur die Bautätigkeit beleben, sondern auch direkte Auswirkungen auf die Entwicklung der Städte und die Lebensqualität der Bevölkerung hätten.
Trotz des günstigen Projektumfelds erklärte der Direktor der CAVIALPA, dass die finanzielle Stabilität der Unternehmen nach wie vor die größte Herausforderung für die Branche kurzfristig bleibe.