Der Präsident der Zentralbank Paraguays (BCP), Carlos Carvallo, versicherte, dass die paraguayische Wirtschaft derzeit über robuste makroökonomische „Polster“ verfüge, um das von Volatilität, geopolitischen Konflikten und globalem Inflationsdruck geprägte internationale Umfeld zu bewältigen. Die Erklärung erfolgte während der 56. Generalversammlung des Lateinamerikanischen Verbands der Finanzinstitute für Entwicklung (Alide) in Asunción.
Carvallo betonte, dass das Land mit soliden Fundamenten in diesen Kontext komme: kontrollierte Inflation, finanzielle Stabilität und ausgewogene makroökonomische Politiken. „Angesichts einer unberechenbareren Welt ist es notwendig, mehr Vorhersehbarkeit zu bieten“, sagte er. Der BCP-Präsident unterstrich, dass die Unsicherheit weiterhin das Hauptmerkmal der Weltwirtschaft sei, die von internationalen Konflikten, logistischen Unterbrechungen und größerer Volatilität an den Finanzmärkten betroffen sei.
Laut Carvallo habe die paraguayische Wirtschaft trotz der externen Verschlechterung Widerstandsfähigkeit gezeigt. Das Land verzeichnete im vergangenen Jahr ein Wachstum von 6,6 % und eine durchschnittliche Expansion von 5,5 % in den letzten drei Jahren, die hauptsächlich von der Binnennachfrage und Investitionen angetrieben wurde. Für 2026 prognostiziert die BCP eine Expansion von 4,2 %, aber Carvallo räumte ein, dass die Wirtschaftstätigkeit in den ersten Monaten des Jahres positiv überrascht habe. Der monatliche Indikator der Wirtschaftstätigkeit (IMAEP) wuchs im März im Jahresvergleich um 8,2 % und verzeichnete im ersten Quartal einen Anstieg von 4,7 %.
Im Inflationsbereich schloss Paraguay das letzte Jahr mit einer Inflation von 3,1 % und einem Durchschnitt von 3,5 % in den letzten drei Jahren ab, was innerhalb der als mit makroökonomischer Stabilität vereinbar geltenden Niveaus liegt. Carvallo erklärte, dass die Geldpolitik bereits in der neutralen Zone liege und das Land über Spielraum verfüge, um externe Auswirkungen abzufedern, auch angesichts möglicher internationaler Anstiege bei Öl und Kraftstoffen.
Der BCP-Präsident verteidigte zudem die Glaubwürdigkeit und Autonomie der Zentralbank als Säulen der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und betonte, dass die Inflationserwartungen selbst während der kritischsten Phasen der globalen Inflation nach der Pandemie verankert geblieben seien. Abschließend hob er hervor, dass der von Paraguay erreichte Investment-Grade-Status und die Senkung des Länderrisikos eine internationale Bestätigung der Konsistenz der in den letzten Jahren umgesetzten Wirtschaftspolitiken darstellten.