Billig-Pizza- und Empanada-Branche wächst in Argentinien trotz Krise und Lieferdiensten

Die Branche für günstige Pizzen und Empanadas expandiert in Argentinien und macht 33 % der Franchise-Unternehmen des Landes aus. Trotz sinkender Kaufkraft und der jüngsten Insolvenz eines Konkurrenten erweitern Ketten ihr Geschäft.

Billig-Pizza- und Empanada-Branche wächst in Argentinien trotz Krise und Lieferdiensten

Die Branche für günstige Pizzen und Empanadas erlebt in Argentinien einen Aufschwung, angetrieben durch sinkende Kaufkraft und den Boom von Lieferdiensten. Das Modell, das bereits auf frühere Krisen reagierte, gewinnt durch Franchise-Konzepte mit geringen Anfangsinvestitionen und zentralisierter Produktion weiter an Bedeutung.

Laut dem argentinischen Franchise-Verband (AAMF) entfallen bereits 33 % aller Franchise-Unternehmen des Landes auf dieses Niedrigpreis-Segment. Die Strategie setzt auf kleine Filialen mit etwa 40 Quadratmetern Fläche.

„Der Preis lockt Kunden, die Menge schafft Skaleneffekte, und die betriebliche Effizienz sichert letztlich die Rentabilität“, erklärt der Franchise-Berater Carlos Canudas. Zwar leide die gesamte Gastronomie unter dem Konsumrückgang, doch diese Modelle kämen in schwierigen Zeiten besser zurecht, da sie preisbewusste Verbraucher anziehen, die ihre Ausgaben reduzieren möchten.

Zu den Pionieren zählen Marken wie Ugi’s bei Pizzen und El Noble Repulgue bei Empanadas. Letztere wurde 1998 gegründet und 2022 von Delicias Argentinas übernommen, einer Investmentgesellschaft des Medienunternehmers Marcelo Figoli, die zum Fénix Entertainment Group gehört.

Einer der größten Konkurrenten, Solo Empanadas, der auch die Marken Morita, Kiosco de Empanadas und Fábrica de Pizzas betreibt, geriet kürzlich in Schwierigkeiten. Die Muttergesellschaft Divaflo SRL beantragte Ende Juli ein Schutzschirmverfahren.

Andere Ketten expandieren jedoch weiter. Big Pizza, gegründet 2018, verfügt bereits über 280 Standorte in fast ganz Argentinien und plant, in diesem Jahr 80 weitere zu eröffnen. Das Unternehmen betreibt eine eigene Produktionsstätte in Ciudadela in der Provinz Buenos Aires und verkauft jährlich rund 20 Millionen Empanadas.

Brozziano, ursprünglich 1999 als Pizza Gigante gestartet, hat 56 Verkaufsstellen, überwiegend Franchise-Betriebe, die sich auf die Hauptstadt konzentrieren. Monatlich werden in der Produktionsstätte in Pompeya drei Millionen Empanadas hergestellt. Die Kette plant, die Zahl ihrer Franchise-Partner in den nächsten zwei Jahren zu verdoppeln.

Das Modell basiert auf zentralisierter Logistik: Franchise-Nehmer erhalten die Produkte nahezu fertig und sind nur für das Aufwärmen und den Verkauf zuständig. Dadurch bleiben die Margen trotz niedriger Preise wettbewerbsfähig – in einem Markt, in dem Verbraucher immer preissensibler werden.

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Quellen (1)

Aktualisiert: 17.08.2026, 01:00