Brasilien beschließt Rückgabe des historischen Geschützes „El Cristiano“ an Paraguay nach 150 Jahren

Die brasilianische Regierung hat beschlossen, das historische Geschütz „El Cristiano“, das vor über 150 Jahren als Kriegsbeute im Tripel-Allianz-Krieg genommen wurde, an Paraguay zurückzugeben. Präsident Lula hat die politische Zustimmung erteilt, doch der Prozess hängt noch von formalen Schritten ab und erfolgt vor dem Hintergrund jüngerer diplomatischer Spannungen zwischen den Ländern.

Brasilien beschließt Rückgabe des historischen Geschützes „El Cristiano“ an Paraguay nach 150 Jahren
Brasilien beschließt Rückgabe des historischen Geschützes „El Cristiano“ an Paraguay nach 150 JahrenPhoto: Pytagua editor upload (editor-provided)

Die brasilianische Regierung hat beschlossen, das historische Geschütz „El Cristiano“ an Paraguay zurückzugeben. Die rund zwölf Tonnen schwere Kanone ist eines der bedeutendsten Relikte des Tripel-Allianz-Kriegs (1864–1870) und befindet sich seit über 150 Jahren als Trophäe im Nationalen Historischen Museum in Rio de Janeiro. Die Entscheidung wurde zunächst von der brasilianischen Zeitung *O Globo* in einem Bericht der Journalistin Bela Megale bekannt gegeben.

Laut der Veröffentlichung gab Präsident Luiz Inácio Lula da Silva Ende Juli seine politische Zustimmung zur Rückgabe, während eines Treffens mit Verteidigungsminister José Múcio Monteiro und den Kommandeuren der brasilianischen Streitkräfte. Der Schritt stellt einen wichtigen Fortschritt in einer langjährigen Forderung Paraguays dar, doch die Umsetzung der Überführung hängt noch von bürokratischen, technischen und diplomatischen Verfahren ab, die vom brasilianischen Außenministerium koordiniert werden.

Die Kanone wurde in Ybycuí aus Bronze von Kirchenglocken gegossen, die die paraguayische Bevölkerung für die Landesverteidigung gespendet hatte – daher ihr Name. Sie wurde 1868 von brasilianischen Truppen nach der Eroberung der Festung Humaitá erbeutet und ist seitdem Teil der brasilianischen Sammlung.

Die Wiederaufnahme der Verhandlungen über die Rückgabe erfolgte in einer Phase diplomatischer Spannungen. Ende Juli hatten Äußerungen von Präsident Lula über den Krieg, in denen er behauptete, „eines schönen Tages habe Paraguay beschlossen, in Brasilien einzumarschieren“, in Asunción für heftige offizielle Reaktionen gesorgt. In der Folge erneuerten der paraguayische Vizepräsident Pedro Alliana und der Nationalkongress öffentlich die Forderung nach der Rückführung des „Cristiano“ sowie weiterer historischer Dokumente.

Bisher hat die paraguayische Regierung jedoch keine offizielle Mitteilung aus Brasilien über die Rückgabeentscheidung erhalten. Das Geschütz gilt in Brasilien als geschütztes Kulturgut, was in früheren Verhandlungen stets ein rechtliches Hindernis für die Rückgabe darstellte.

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Quellen (4)

Aktualisiert: 19.08.2026, 01:00