SENAD-Mitarbeiter wegen versuchten Geheimnisverrats über Drogenhändler Marset verurteilt

Ein Mitarbeiter der Nationalen Antidrogenbehörde (SENAD) wurde wegen des Versuchs verurteilt, vertrauliche Informationen über den mutmaßlichen Drogenhändler Sebastián Marset weiterzugeben. Ein weiterer SENAD-Mitarbeiter bestreitet in einem separaten Fall Vorwürfe der Erpressung.

SENAD-Mitarbeiter wegen versuchten Geheimnisverrats über Drogenhändler Marset verurteilt

Ein Mitarbeiter der Nationalen Antidrogenbehörde (SENAD) wurde zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt, weil er versucht hatte, vertrauliche Informationen über den mutmaßlichen uruguayischen Drogenhändler Sebastián Marset weiterzugeben. Das Urteil eines Strafgerichts wurde mit Strafaussetzung zur Bewährung verhängt.

Der Spezialagent Enrique Ismael Flores Haifuch wurde wegen versuchten Geheimnisverrats verurteilt. Richter Manuel Aguirre stimmte für einen Freispruch und begründete dies mit bestehenden Zweifeln an der Art der Informationen.

Der Fall geht auf Handlungen von Flores Ende 2023 zurück, als er Kontakt zur Senatorin Celeste Amarilla und zum Journalisten Osvaldo Cazenave von der Tageszeitung ABC Color aufgenommen haben soll. In diesen Gesprächen behauptete der Agent, Informationen über den Aufenthaltsort von Marset zu besitzen, und beschuldigte Führungskräfte der SENAD – darunter den damaligen Generaldirektor Hugo Baptista und den Kommandeur der Spezialeinheiten Aldo Pintos –, den Drogenhändler angeblich zu schützen. Flores soll zudem ein Treffen zwischen der Senatorin und seinem mutmaßlichen Vorgesetzten Mauro Ruiz Díaz vorgeschlagen und "Alex Gomes", Sohn des verstorbenen Abgeordneten Eulalio Gomes, als Teil des Schutznetzwerks genannt haben.

Für das Gericht war das Treffen von Flores mit dem Journalisten Cazenave der zentrale Akt, der den versuchten Geheimnisverrat begründete. Bei dem Gespräch in den Räumen der Zeitung bot der Agent Dokumente und Details über Marset an, darunter Vorwürfe eines institutionellen Schutzes für ihn. Die Kontakte zur Senatorin wurden zwar untersucht, reichten allein jedoch nicht aus, um den Straftatbestand zu erfüllen.

Staatsanwalt Jorge Arce, der zunächst eine zweijährige Haftstrafe gefordert hatte, erklärte, er werde die vollständige Urteilsbegründung abwarten, um über eine mögliche Berufung zu entscheiden. Die Ermittlungen konnten nicht nachweisen, dass der Agent für die Weitergabe der Informationen eine finanzielle Gegenleistung erhalten hatte.

In einem separaten Fall bestritt der SENAD-Spezialagent Gabriel Macén vor Gericht die Vorwürfe, er habe vom Inhaber einer Apotheke in Canindeyú ein Schmiergeld in Höhe von 10.000 US-Dollar verlangt, um eine Kontrollmaßnahme zu verhindern. Macén erklärte, seine Handlungen seien Routineverfahren gewesen, da die Apotheke gegen Vorschriften der Nationalen Direktion für Gesundheitsüberwachung (DINAVISA) verstoßen habe und die erforderlichen SENAD-Unterlagen fehlten. Laut Anklage sollen er und weitere Beamte, darunter Dolly Núñez von der DINAVISA sowie die Mitbeschuldigten Andrea Solis und Violeta Sotelo, einen Teil des angeblich erpressten Geldes erhalten haben.

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Quellen (3)

Aktualisiert: 19.08.2026, 01:00