Paulo Cándido Oliveira Da Silva, 39 Jahre alt, der als „Botschafter" des Comando Vermelho in Paraguay gilt, soll brasilianischen Behörden gestanden haben, dass er während seiner Zeit im Land 18 Menschen getötet hat. Diese Information, die von brasilianischen Medien verbreitet wurde, wurde von den paraguayischen Behörden noch nicht unabhängig bestätigt.
Der Brasilianer, der auch unter den Aliasnamen Paul, PJC und Nicolai bekannt ist, wurde am 3. Juni in einem Haus im Vierten Viertel von Luque, Provinz Central, während der Operation Puma Py festgenommen, die von der Antinarkotikabteilung der Nationalpolizei durchgeführt wurde. Zwei Tage später, in der Nacht des 5. Juni, wurde er über die Puente de la Amistad in Ciudad del Este, der Hauptstadt der Provinz Alto Paraná, aus dem paraguayischen Hoheitsgebiet ausgewiesen.
Laut den Ermittlungen hatte Oliveira Da Silva in Brasilien offene Haftbefehle wegen krimineller Vereinigung und internationalen Drogenhandels und war aktives Mitglied der kariokischen Faktion Comando Vermelho. Die Operation Puma auf brasilianischer Seite wurde von der Kriminalpolizei gegen eine Zelle der Faktion durchgeführt, die sich im Bundesstaat Paraná zunehmend etabliert hatte und angeblich Marihuana, Kokain und Waffen aus Paraguay über den festgenommenen „Botschafter" einführte.
Der Verbrecher war bereits zuvor in Paraguay festgenommen worden, am 26. Januar 2020, als er mit gefälschtem Ausweis versuchte, das Regionalgefängnis von San Pedro de Ycuamandyyú zu betreten, um den Colorado-Politiker Benjamín Adaro Monzón zu besuchen, damals Abgeordneter der Provinz Caazapá. Adaro Monzón war bei der Operation Gängster festgenommen worden, die eine kriminelle Organisation mit Sitz in Yuty zerschlug, von der aus er angeblich Auftragsmorde bewies, einige aus politischen Motiven.
Laut Berichten brasilianischer Medien soll Oliveira Da Silva nach seiner Übergabe an die Behörden des Landes einen speziellen Fall genannt haben: die Ermordung von Arnaldo Rotela Gauto, 52 Jahre alt, bekannt als „König des Viehdiebstahls". Rotela Gauto wurde am 15. August 2024 im Distrikt Yuty, Provinz Caazapá, von einem Auftragsmörder mit ähnlichen Merkmalen wie dem Brasilianer erschossen. Diese Informationen würden laut den brasilianischen Medien bereits von den Sicherheitskräften des Landes bearbeitet.